7. Februar 2010 von Christa

Der Mix macht’s! – oder wie eine Webseite zu einem guten Mitarbeiter wird.

Das Wichtigste zuerst:

Ich danke :-)

***

Im Gegensatz zu Stuttgart, wo mehr als 300 Selbständige am zweiten BDS-Unternehmertreff teilnahmen, waren der Einladung nach Hockenheim weitaus weniger Gäste gefolgt. „Gefühlte“ 60 – 70 würden meine Söhne sagen. ;-)
Lag es an dem eisigen Winterwetter oder an der Tatsache, dass dem Internet immer noch zu wenig Beachtung geschenkt wird? Auf jeden Fall war ich im Nachhinein froh, eine Absage für Stuttgart bekommen zu haben. In dem kleinen familiären Rahmen haben sowohl mein Mann als auch ich uns sehr wohl gefühlt.

Nach dem Sektempfang und den einleitenden Begrüßungsworten von Herrn Ruder, dem Geschäftsführer des Nissan-Autohauses, gab es zunächst einen leckeren Imbiss. Dabei bot sich die Gelegenheit zu einem ersten persönlichen Austausch. Die Gespräche an den Bistrotischen drehten sich, wie sollte es auch anders gewesen sein, hauptsächlich um das Thema Internet. Und wieder einmal wurde mir mein Eindruck, den ich im vergangenen Jahr bei unserer Gewerbe- und Leistungschau in Sandhofen gewonnen hatte, bestätigt: Die Bedeutung der neuen Medien, gerade für geschäftliche Zwecke, haben viele klein- und mittelständische Unternehmen immer noch nicht erkannt.

„Wir leben noch im Steinzeitalter des Internets“ bestätigte mir dann auch gleich zu Beginn seines Vortrages der Internetexperte Sanjay Sauldie. „Die Zeiten haben sich geändert. Wir müssen uns anpassen”, forderte der Fachmann die Anwesenden auf. “Das Internet ist nicht immer eine friedliche Welt. Es ist aber nur für denjenigen schädlich, der sich nicht darum kümmert“, fuhr er fort. Es folgten 132 spannende Minuten, in denen uns Sanjay Sauldie in leicht verständlichen Worten die Welt des Internets näher brachte.

Was nützt die schönste Website, wenn niemand sie findet? Die große Masse der Webseiten, etwa 95%, habe überhaupt keine Chance von Suchmaschinen wie Google gefunden zu werden. Aber nur wer im Netz sichtbar ist profitiert auch geschäftlich von seiner Homepage – direkt durch Neukundengewinnung oder indirekt durch Steigerung des Firmenimages. Wichtig ist es Sichtbarkeit zu erzeugen. Das war die Kernbotschaft des Vortrages.

Zwei Freiwillige erklärten sich bereit ihre Homepage testen zu lassen. Ernüchternd stellten wir fest, dass sowohl das Steuerberatungsbüro als auch der Gartenbaubetrieb unter den für sie interessanten Suchbegriffen bei Google überhaupt nicht gefunden werden – oder erst auf den hinteren Seiten.
 „Zeit ist kostbar und Zeit ist Geld“, so heißt es. Und deshalb hat derjenige, dessen Website bei einer Google-Suche auf den ersten drei  Ergebnisseiten angezeigt wird, die besseren Karten. Das leuchtet ein.

Anhand der beiden Beispiele gab uns der Fachmann einige nützliche Tipps, die uns zwar nicht zu SEO –Experten machen werden, aber dennoch ein gutes Stück weiter brachten.

SEO? Oh, Entschuldigung! „SEO steht für Search Engine Optimization“ klärte uns Herr Sauldie auf „und bezeichnet den Vorgang, Webseiten so zu optimieren, dass sie eine gute Platzierung in Suchmaschinen erhalten“.
Google sei wie ein Gentleman. Die Suchmaschine schaue nicht auf das äußere Erscheinungsbild einer Webseite, sondern auf die inneren Werte. An dieser Stelle schweiften meine Gedanken für einen kurzen Moment ab. “Es kommt auf die inneren Werte an, sagte der König ….Von wem war das doch gleich? :-o

Online-Marketing heißt das Zauberwort! “Heute kann es sich kein Unternehmen mehr leisten, auf Online-Marketing zu verzichten“, mahnte der Redner. Sicher können wir alles auf traditionellen Wegen machen, aber die Gefahr Schiffbruch zu erleiden, ist groß. Zur  Verdeutlichung erzählte er uns die Geschichte von dem Versandhaus, das in unserer hochtechnologischen Welt weiterhin Kataloge druckte. „Es war einmal ein Versandhaus ……“ :-(
Aus Zeitgründen ging er nur kurz auf „Social Media“ ein. An dieser Stelle gab mir der Referent ein Zeichen, jetzt nach Sinn und Zweck von Twitter zu fragen.

Twitter
erzeuge neben Sichtbarkeit auch Vertrauen. Na, der Sichtbarkeit kann ich ja gerade noch zustimmen. Aber dem Vertrauen? Entschuldigung, aber meine Schamgrenze ist irgendwann einmal erreicht.

Jetzt frage ich Sie meine lieben Leserinnen und Leser: Hätte ich damals meinen Twitterbeitrag zu Ende geschrieben, wäre mein Vertrauensbonus bei Ihnen gestiegen?  (Über eine ehrliche Antwort hier in der Kommentarfunktion oder mittels einer persönlichen E-Mail würde ich mich aufrichtig freuen. Vorab schon mal vielen Dank!)

“Im Internet leben Sie im UND. Im Netz ist alles eine Ergänzung, ein wunderschönes UND”. (nicht nur im Netz, Herr Sauldie. Sollte es interessieren, dann: klick!) “Probieren Sie es aus,” fuhr der Sprecher ergänzend fort. Damit war dann auch meine  Neugier geweckt. Selbst auf die Gefahr hin, dass Sie oder meine Familie mich für verrückt erklären werden, schließe ich es nicht aus, demnächst ins World-Wide-Web zu zwitschern. :-D

Was tun? Muss ein Unternehmer nun anfangen programmieren und designen zu lernen? „Nein“, sagt Sanjay Sauldie. Oberste Pflicht sei es aber, sich ein gutes Wissen anzueignen. Mit diesen Grundkenntnissen kann man dann auf die Suche nach einem geeigneten Partner gehen, der einem bei seinem Vorhaben unterstützt. Je mehr man selbst weiß, umso geringer ist die Gefahr, auf “Blender” hereinzufallen.

“Eine Homepage gehört NICHT in die IT-Abteilung, sondern in den Bereich Vertrieb- und Marketing,” betonte er mehrmals. “Es geht nicht darum zu sagen: Hier ist mein dicker Katalog, mach mal! Eine gute Agentur weiß zwar, was für Google wichtig ist und woher Google seine Informationen zieht, aber sie weiß nicht, wofür Sie Spezialist sind. Machen Sie sich schlau, damit Ihr Wissen zusammen mit den Kenntnissen Ihrer Partner, in das bestehende Marketingkonzept Ihres Unternehmens eingearbeitet werden kann. Ihre Webseite ist die logische Ergänzung des bestehenden Marketingmix.”

Die abschließenden Worte gingen zum Teil in dem lang anhaltenden Applaus unter.

Ähnlich wie die Veranstaltung der IHK mit dem Vortrag von Dr. Carsten Ulbricht zur rechtssicheren Website, war auch dies ein ein kurzweiliger Abend mit vielen nützlichen Informationen. Schade für alle, die nicht da gewesen sind.

Fazit
Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller verändert und sich ständig neuen technischen Herausforderungen stellt. Ohne Computer- und Internetkenntnisse haben wir heute beruflich kaum noch eine Chance. Wir können aus der Entwicklung dieser Welt nicht aussteigen. Das habe inzwischen auch ich begriffen.
Aber eines liegt mir am Herzen: Sowohl der Computer als auch das Internet werden uns nicht geben können, was zu einem gelingenden Leben gehört. Wer nur den Computer kennt und sich ihm ausliefert wird mit seinem geistigen Leben Schiffbruch erleiden und ich wage zu behaupten, auch im Geschäftsleben. Ein gutes Ranking mag wichtg sein, ja. Aber es ist nicht alles. Geschäfte werden immer noch von Mensch zu Mensch abgewickelt, was die beiden Aufträge, die wir an diesem Abend mit nach Hause nahmen, beweisen.

Einseitigkeit macht krank. Es ist der Mix, der’s macht! ;-)
Christa Schwemlein

Der Beitrag wurde am Sonntag, den 7. Februar 2010 um 20:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter Bücher, Eigene Gedanken zu..., Vertrauen, Zeit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 3333 | Kategorie Bücher, Eigene Gedanken zu..., Vertrauen, Zeit | 8 Kommentare »





8 Reaktionen zu “Der Mix macht’s! – oder wie eine Webseite zu einem guten Mitarbeiter wird.”

  1. renate

    Twitter und Vertrauen in einem Atemzu zu nennen … na, dem würde ich nicht beipflichten. Das, was ich von Twitter bisher mit bekommen habe, ist es eine ziemlich oberflächliche und meist belanglose Kommunikation. Der deutsche Begriff “zwitschern” trifft es schon … meiner Meinung nach. Es gibt aber auch Zeitgenossen, die das völlig anders sehen.

    Lieber Gruß von Renate

  2. Christa

    Liebe Renate,

    zu diesem Beitrag habe ich inzwischen eine ganze Menge Mails bekommen, aber du bist die erste, die sich traut “laut” etwas dazu zu sagen. – Danke.

    Die Veranstaltung war echt interessant. Da wir nur wenige waren, war viel Raum und Zeit für persönliche Fragen und Anliegen. Ich hätte noch stundenlang zuhören und fragen können. Am meisten freut mich, dass mein Mann nun endlich einsieht, dass seine Website dringend in professionelle Hände muss.

    Twitter und andere virtuelle Netzwerke in Verbindung mit Vertrauen? … Aufgrund meiner negativen Erfahrung habe ich dazu eine eigene Meinung. Ich vermute, ohne den persönlichen Kontakt wird es nicht möglich sein Vertrauen aufzubauen. Sichtbarkeit leuchtet mir allerdings ein.

    Liebe Renate ich habe mir erlaubt deine Adresse an die Inhaberin einer Textilfirma weiterzugeben. Ihren Namen mag ich hier nicht nennen. Sie ist “Internetnewbie” und an einem Internetauftritt incl. onlineshop interessiert. Ich habe ihr zwei Adressen genannt, von denen ich annehme (Bauchgefühl *lach*), dass sie dort gut aufgehoben ist. Vielleicht ergibt sich ja was. Ich würd’ mich freuen.

    Liebe Grüße
    Christa

  3. ver-rueckt » Blog Archiv » Was bringt ein Blog?

    [...] Er geht auch auf das Risiko ein, das eine öffentliche Schreiberei mit sich bringt. Ähnlich wie Sanjay Sauldie empfiehlt er, die Fäden soweit wie möglich selbst in der Hand zu behalten. Wer also mit dem [...]

  4. ver-rueckt » Blog Archiv » Was bringt ein Blog? - Meine Erfahrungen

    [...] nicht zuständig bin. Was mich aber ganz besonders freut ist, dass nach meinem Beitrag „der Mix macht’s“ die Bedeutung des Netzes, gerade für einen Gastronomiebetrieb wie die Rheinterrassen, nun [...]

  5. ver-rueckt » Blog Archiv » Gemetzel in der Kochkombüse

    [...] Internet ist nicht immer eine friedliche Welt, erfuhr ich einst von dem Internetexperten Sanjay Sauldi. Recht hatte er! Geriet ich doch schon wieder in ein heftiges Gemetzel. Diesmal mit [...]

  6. ver-rueckt » Blog Archiv » Rückblick und Abschied

    [...] zu übergeben. Jedoch ich stieß auf taube Ohren. Erst nach meinem Beitrag über Sanjay Sauldie’s Vortrag und eine Verbesserung des Betriebsergebnisses im Bankettbereich führten zu einem Umdenken, was die [...]

  7. ver-rueckt » Blog Archiv » Nur so …

    [...] besuchte ich zusammen mit meinem Mann im vergangenen Jahr einige Veranstaltungen der IHK und des BDS zum Thema Onlinemarketing und „Social Media“. Die Vorträge und der Austausch mit den anderen [...]

  8. ver-rueckt » Blog Archiv » Ein Creator erzählt

    [...] ebenso ins Leere. Mehr Glück hatte ich mit den drei Veranstaltungen der IHK und dem Vortrag von Sanjay Sauldie in Hockenheim, organisiert vom „Bund der Selbständigen“. Nach der letzten Veranstaltung der [...]

Einen Kommentar schreiben