10. November 2009 von Christa

Ach, hätt’ ich doch nur …

… mich bereits vor 6 Jahren, bei meinem Eintritt in die virtuelle Welt, um all die Fragen, die ich heute habe, gekümmert. Vieles wäre mir erspart geblieben. Dennoch ist es unnötig darüber zu lamentieren. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mit meinem Wissen, was Computer und Internet betreffen, überhaupt nicht in der Lage irgendwelche Fragen stellen zu können, zu neu war diese Welt, zu ablehnend stand ich ihr gegenüber.

Klar wunderte ich mich, dass manche Seiten kein Impressum hatten, ganze Buchseiten ohne Quellenangabe zitiert und Gedichte ohne Nennung des Verfassers ungeniert veröffentlicht wurden. Ich kam mit Werbung in Berührung, die nicht als solche gekennzeichnet war. All diese Dinge widersprachen dem, was ich einst gelernt hatte. Sollte sich in all den Jahren so viel geändert haben? Bald gewann ich den Eindruck, mich in einem rechtsfreien Raum zu bewegen, wo jeder tun und lassen kann, was er will. Ich gebe zu, ich war verunsichert.

Was ist erlaubt und was nicht? Die Unsicherheit ist immer noch groß. „Aber das machen doch alle“ war der Einwand einer Teilnehmerin der Veranstaltung „Die rechtsichere Website“, wozu die IHK Rhein-Neckar vergangenen Donnerstag eingeladen hatte. Nur weil es alle machen, ist es noch lange nicht rechtens, klärte uns der Referent Dr. Carsten Ulbricht von der Kanzlei Diem & Partner in Stuttgart, lachend auf.

Pflichtangaben auf Websites, Haftung für Links, Datenschutz, Urheber-und Wettbewerbsrecht, rechtliche Grundlagen bei Online-Shops, spezielle Risiken im Web 2.0, was tun bei Abmahnungen, waren die Themen der dreistsündigen Veranstaltung.

Der Referent verstand es prima, diese in meinen Augen trockenen Themen sehr lebhaft und kurzweilig zu vermitteln. Ich hätte ihm noch Stunden zuhören können. Geduldig und ohne den nervösen Blick auf die Uhr beantwortete er alle Fragen, auch meine, die ich mittlerweile habe. ;-)

Es war eine rundherum gelungene Veranstaltung, von welcher mein Mann und ich sehr viel für unsere gemeinsame Arbeit mitnahmen. Immer mehr unserer Kunden zeigen nämlich Interesse am Web. Sie würden gerne, trauen sich aber nicht. Und so kam uns dieser Informationsabend wie gerufen.

Online lauern viele Fallstricke, nicht nur rechtliche. Ich bin selbst ein gebranntes Kind – nicht mit “Marions Kochbuch”, Herr Dr. Ulricht. ;-)
Trotz meiner negativen Erfahrungen möchte ich unsere Kunden und hier Mitlesenden, die Lust aufs Web haben, dazu ermuntern mitzumachen und es einfach auszuprobieren. Mit ein wenig Risikobereitschaft, einer guten Kinderstube und einer Portion gesundem Menschenverstand kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Viel habe ich auf dieser Veranstaltung gelernt. Gerne möchte ich mich erkenntlich zeigen. Nur wie? Was gebe ich einem Anwalt als Dankeschön? Vielleicht den Tip, dass in Situationen in denen unser Rechtsprechung nicht weiterhilft, die weibliche Logik immer noch einen Weg weisen kann ;-) Es hat geklappt, sogar “ganz ver umme”, wie der “Mannemer” zu sagen pflegt. Web 2.0 macht’s möglich. :-D

Schön war’s  einem “Blogger”, den ich nur von trockenen Schriftsätzen und einigen Telefonaten her kenne, einmal persönlich zu begegnen.

logo4.JPG Christa Schwemlein

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 10. November 2009 um 22:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog-Geflüster, In eigener Sache, Nur so... abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 2816 | Kategorie Blog-Geflüster, In eigener Sache, Nur so... | 2 Kommentare »





2 Reaktionen zu “Ach, hätt’ ich doch nur …”

  1. ver-rueckt » Blog Archiv » Das gehört mir nicht!

    [...] Raum um Impressum, Urheberrecht oder Copyright gekümmert wird. Ich war verunsichert, ja. Erst der IHK Vortrag von Dr. Carsten Ulbricht brachte mir die Bestätigung: „Ich ticke noch [...]

  2. ver-rueckt » Blog Archiv » Ein Creator erzählt

    [...] zu dem Dozenten in Sachen Recht, Dr. Carsten Ulbricht, den ich bereits in Mannheim gehört hatte. Sein Vortrag damals war nachhaltig und vermittelte mir den Eindruck, es gäbe nichts Schöneres und Spannenderes als [...]

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