8. Dezember 2009

Nein sagen

Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: NEIN

Kurt Tucholsky

***

Ich weiß, es gibt genug Sprüche. Aber dieser passt gerade so schön zu den vorhergehenden Beiträgen, die da sind:

Schönen Abend noch :-)
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3047 | Kategorie Nur so..., Zitate | 2 Kommentare »




6. Dezember 2009

Nein, Danke sagen mag ich nicht!

Gestern Vormittag hatte ich zwei “Mutter-Kind“ Erlebnisse, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Das Eine in der Straßenbahn auf dem Weg in Mannheims City, das Andere kurz vor dem Rückweg auf unserem Wochenmarkt, genauer gesagt vor der St. Sebastian Kirche. Die Citypastoral hatte zu einem Begegnungsfest mit Musik und Gesang eingeladen, wie ich später erfuhr. Die Feier war fast zu Ende als ich dazu stieß. Ich bekam nur noch das Schlusslied mit.

“Möchtest du auch einen Nikolaus?“ fragte der als „Bischof-Nikolaus“ verkleidete Mann das blonde Lockenköpfchen. Die Kleine strahlte ihn mit ihren großen Augen an, als sie den Schokonikolaus entgegennahm. Süß sah sie aus.

“Wie sagt man?“ fragte die Mutter. „Ach lass sie doch“ antwortete die Oma anstelle der Enkelin. Die Mutter ließ sich nicht beirren und forderte ihre Tochter ein zweites Mal auf sich zu bedanken. Als diese sich weigerte, nahm sie ihr den Nikolaus aus der Hand und gab ihn zurück. Mit einem Schlag verwandelte sich das süße Engelchen in ein schreiendes Bengelchen. Sie stampfte mit dem rechten Fuß und ließ sich zornig auf die Erde fallen. Einige der Mitfeiernden versuchten die Mutter umzustimmen. “Sie ist doch noch so klein”, argumentierten sie.
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Ist es zuviel verlangt Danke zu sagen, wenn man etwas geschenkt bekommt? Wer nicht Danke sagen kann, hat auch kein Geschenk verdient“, so oder so ähnlich antwortete die Mutter und zwar in einem Ton, der keine weitere Diskussion zuließ. Sie hob den Trotzkopf auf und ging.

Lohnt sich solch ein Aufstand?

Erziehung ist anstrengend und kostet Kraft, war mein erster Gedanke. Gleichzeitig war ich froh, diese mitunter mühevolle Lebensaufgabe hinter mir zu haben. Ich hatte den Eindruck, dass es der  jungen Mutter wichtig war ihrem Sprössling klar zu machen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, etwas geschenkt zu bekommen. Sie erteilte ihrer Tochter eine Lektion, die wie ich finde, nie früh genug gelernt werden kann.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ist ein Sprichwort, das bestimmt jeder kennt. Kurz und knapp wird hier eine Lebensweisheit auf den Punkt gebracht. Worte wie „Bitte“ und „Danke“ sind Zauberworte, die Herze öffnen können. Sie sind ebenfalls Zeichen der Höflichkeit und einer guten Erziehung.

“Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten”, heißt es bereits in der Bibel und kann in Lukas 6,44 nachgelesen werden, soviel für die Freunde der   “kleinen Bibelkunde ;-)

Christa Schwemlein :-)

Eintrag Nr. 3026 | Kategorie Eigene Gedanken zu..., Kleine Bibelkunde, Nur so... | 5 Kommentare »




5. Dezember 2009

Einmischen oder raushalten?

Auto oder Straßenbahn? Ich hatte nur ein paar Kleinigkeiten zu besorgen und entschied mich deshalb für die Bahn. Am „Stich“, der Endhaltestelle in Sandhofen, stieg ich ein. Es waren, obwohl ich heute sehr früh unterwegs war, bereits viele Menschen auf den Beinen. Ich hatte Glück und bekam noch einen Sitzplatz. Mir direkt gegenüber, in Fahrtrichtung, saß ein älterer Herr mit Stock und Hut, daneben eine Frau, etwa im gleichen Alter. Der Platz neben mir blieb unbesetzt.

Ein paar Haltestellen weiter, die Bahn war inzwischen gut voll, stieg eine junge Mutter mit ihrem etwa 9 jährigen Sohn zu. Sie nahm neben mir Platz. Der Sohn stand kaugummikauend daneben. Bald fing der Junior zu maulen an, er sei müde und wolle auch sitzen. Er habe auch ein Recht auf einen Sitzplatz. Nachdem er keine Ruhe gab und immer lauter wurde, gab die Mutter ihren Platz frei. Grinsend ließ er sich in den Sitz fallen. Ich hätte platzen können, ehrlich, als ich in das triumphierende Gesicht des Jungen sah.

Es dauerte nicht lange, da forderte der Kleine die  ihm gegenüber sitzende Frau auf, mit ihm den Platz zu tauschen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Er forderte auf, er bat nicht. Freundlich erklärte sie, sie könne nur in Fahrtrichtung sitzen. Ihr werde sonst schlecht. Der Kleine blieb unbeeindruckt. Er fing an die Frau zu beschimpfen. Diese blieb zunächst ruhig, selbst dann noch als ihr das Kind die Zunge rausstreckte. Dennoch konnte ich eine gewisse Ratlosigkeit spüren. Keiner der Mitfahrenden sagte etwas – auch ich nicht. Alle schauten wir hoffnungsvoll auf die Mutter. Aber diese tat, als ginge sie das Alles nichts an. Die Situation spitzte sich zu und gipfelte darin, dass der Rotzbengel der Frau ins Gesicht spuckte und diese ihm daraufhin eine schallende Ohrfeige verpasste.

Jetzt hätten Sie mal die Mutter hören sollen. Körperverletzung sei das und sie werde den Vorfall anzeigen. Ich kann den Wortschwall gar nicht vollständig wiedergeben. Auf jeden Fall war die Empörung groß. Beim Aussteigen bat sie mich um meine Adresse, sie würde mich gerne als Zeugin benennen.

“Als Zeugin? Für was? Tut mir Leid, ich habe nichts gesehen.“

Sich einmischen oder sich raushalten – ein schwieriges, aber auch ein spannendes Thema.

Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3011 | Kategorie Nur so... | 4 Kommentare »




2. Dezember 2009

Die Kasse klingelt!

Es war spät als ich letzten Freitag zum Hörer unseres Geschäftstelefones griff.

***

Guten Abend. Hier ist Frau H. Die Kasse klingelt.

Wie, die Kasse klingelt?

Ach entschuldigen Sie, dass ich so spät noch anrufe. Aber ich brauche mal wieder Ihren Mann.

Meinen Mann?

Ja, den Computer Fachmann.

Ach, jetzt verstehe ich. Wissen Sie, manchmal stehe ich auf dem Schlauch. Aber eigentlich müsste mein Mann bereits bei Ihnen sein. Als er vorhin ging sagte er mir, dass er schnell noch bei Ihnen die Kasse richten wolle.

S t i l l e

Ähm, spreche ich nicht mit Foto Mechnig?

NEIN! (schallendes Gelächter am anderen Ende)
Hier ist Frau H. Wir haben schon mehrmals miteinander telefoniert. Sie haben mir gesagt, ich dürfe auch zu vorgerückter Stunde anrufen. Das würde Ihnen nichts ausmachen. Im Gegenteil. Denn das sei ein Zeichen, dass bald wieder die Kasse klingeln würde.

***

Mann o Mann, manchmal steht Frau wirklich ganz schön auf dem Schlauch. Dennoch ist es erfrischend über sich selbst lachen zu können. :-D

Christa Schwemlein :-D

Ein Geständnis:
Das Klingeln der Kasse ist mir fast so lieb wie das Läuten der Kirchturmglocken. ;-)  

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1. Dezember 2009

Nichts bleibt wie es war?

So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war ….

sang einst Hannes Wader.

***

Wie geht es Ihnen, wenn Sie an Orte zurückkehren um Menschen zu treffen, mit denen sie einst viel verband und die sie seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen haben?

Ehrlich, ich bin vor solchen Treffen immer ein wenig hin und her gerissen. Auf der einen Seite freue ich mich wie ein Kind auf das Wiedersehen, auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass nicht alles so geblieben sein kann wie ich es in Erinnerung habe. Nicht selten kehre ich von derartigen Reisen in die Vergangenheit zurück und stelle fest:
Aus! Vorbei! Es war einmal!

Was bleibt?
Erinnerungen an eine gemeinsame Zeit und der fade Geschmack, dass es zu spät ist. Es wird Zeit loszulassen, endlich loszulassen!

Aber manchmal geht es mir wie Renate Blaes, die nach mehr als 35 Jahren ihre alte Heimat aufsucht, um auf den Spuren ihrer Vergangenheit zu wandeln. In Wittenau, im “Hirschen”, trifft sie ihre alte Freundin Ruth. Bei einem Glas Weißherbst gelingt es den beiden Frauen nach vielen Jahren ohne Reibungsverluste da anzuknüpfen, wo sich einst ihre Wege trennten.

Renate Blaes lebt und arbeitet als freiberufliche Designerin, Autorin und Fotografin in Bayern. Ihre Heimat, den schöne Ammersee, macht sie uns in ihrem Fotoblog schmackhaft. Dieses Blog war übrigens der Grund, unseren diesjährigen Sommerurlaub an dem von ihr so geliebten Ammersee ausklingen zu lassen. Schön wars dort! :-)

Um auf alte Freundschaften und damit auf das Treffen von Renate und Ruth zurückzukommen, freue ich mich die Geschichte einer wiederentdeckten Freundschaft veröffentlichen zu dürfen.
Und wenn Sie diesen Beitrag gelesen haben teilen Sie mir doch bitte mit, ob Sie genau wie ich Appetit auf Schnitzel und Kartoffelsalat bekommen haben. ;-) Genug der Worte. Hier kommt: “Ruth“! ;-)

Viel Vergnügen!
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 2973 | Kategorie Blog-Geflüster, Eigene Gedanken zu..., Freundschaft, Zitate | 2 Kommentare »




1. Dezember 2009

Eine Freundschaft - Renate und Ruth

briefkastenk.gifLiebe Christa,

über Freundschaft habe ich über viele Jahre hinweg nachgedacht. Denn Freundschaft ist etwas ganz Besonders. Ich stelle hier einen Text rein - über meine Freundin Ruth. Mit der ich heute Abend übrigens nach bestimmt mehr als sechs Wochen telefoniert habe. Und es war wie immer … wohltuend.

***

Wir sind uns in der neuapostolischen Kirche über den Weg gelaufen – beim Kinderunterricht. Der fand in Freiburg statt, in der ehemaligen Sakristei eines hübschen romanischen Kirchleins. Und dort lernte ich nicht nur, was es mit der Bibel auf sich hat und was einen guten Menschen ausmacht, sondern ich lernte auch Ruth kennen. Sie war die jüngste von fünf Schwestern, und als Ursula, die Älteste, den Sohn unserer Nachbarn heiratete, verbrachte Ruth die Ferien bei ihr. Über mehrere Wochen Haus an Haus - da lag es nahe, dass wir Freundinnen wurden…

Als Kinder stromerten wir durchs Gelände, spielten Federball und rollten unsere kleinen Nichten (meine Schwester hatte derzeit auch ein Baby) im Kinderwagen über holprig-steinige Wege, in der Pubertät rauchten wir heimlich Zigaretten, lasen Bravo-Heftchen und schwärmten für Jungs, als Teenager erzählten wir uns über die ersten Küsse (Ruths erster Kuss dauerte zwei Minuten und wie sie die Zeit gestoppt hat, ist mir heute noch ein Rätsel), und als ich mit achtzehn der neuapostolischen Kirche den Rücken kehrte, verloren wir uns aus den Augen. Ich bekam lediglich noch mit, dass sie schwanger wurde und einen jungen Mann aus der Kirchengemeinde heiratete.
In den Turbulenzen der Jahre entschwand Ruth mehr oder weniger meinem Gedächtnis, nur hin und wieder erzählte meine Mutter mal was von ihr. Unter anderem auch, dass Ruth ins Hexental gezogen sei – nach Bollschweil, nur wenige Kilometer entfernt von Wittnau, dem Dorf meiner Kindheit.
Im Frühjahr vor vier Jahren nun wollte ich meiner Familie und Freunden von früher in Freiburg mal wieder einen Besuch abstatten. Normalerweise wohne ich bei so einem Besuch bei meiner Familie. Dieses Mal hatte ich was anderes vor, denn ich wollte meine Zelte in Wittnau aufschlagen, im “Hirschen”, dem Gasthaus gegenüber der Schule. Ich wollte einfach mal sehen, was sich in dem Dorf, das mich auf gewisse Weise geprägt hat und mit dem mich naturgemäß viele und einschlägige Erinnerungen verbinden, so getan hatte, und ich wollte auf auf den Spuren meiner Vergangenheit wandeln. Mich an früher erinnern, an Erlebnisse, Menschen und damit verbundenen Geschichten.
Diese Pläne im Kopf, kam mir plötzlich Ruth in den Sinn. Ob sie wohl noch in Bollschweil wohnte? Ich fackelte nicht lange, griff zum Telefon und rief die Auskunft an. Tatsächlich, der von mir genannte Name stand noch im Telefonbuch, ich notierte mir die Nummer und drückte die Tasten.
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Eintrag Nr. 2982 | Kategorie Aus meinem Postkasten, Blog-Geflüster, Freundschaft, Geschichten | 0 Kommentare »




29. November 2009

Plätzchen zum 1. Advent

Versucherle
zum 1. Advent

weihnachtsplatzchen-2009

Buttergebäck und Husaren 
Vanillekipferl und Terrassen
Nougatrauten Nouugatstangen und Nougatkipferl
Schokoherze und Schokobrot 
Walnussplätzchen
Moccaplätzchen
Mandelstangen
Florentiner

Viel Spaß beim Backen
und  gutes Gelingen!

Christa Schwemlein

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29. November 2009

Advent

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Jahr freue ich mich ganz besonders auf die Adventszeit. Mein Ischias zwingt mich zur Ruhe und Besinnlichkeit, mit anderen Worten, ich laufe im Schongang. :-) So versuche ich die kommenden Tage bewusst zu gestalten und vielleicht gelingt es mir, etwas von dem besonderen Licht dieser Zeit zu spüren und aufzunehmen. 

Ihnen wünsche ich, auch im Namen meines Mannes, einen stillen und soweit möglich stressfreien Advent.

Ihre
Christa Schwemlein

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27. November 2009

Was macht Frau?

Sie backt
und füllt Tütchen

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für den Adventsmarkt der kfd am 1. Advents-Sonntag im Gemeindehaus der Sankt Bartholomäusgemeinde in Mannheim-Sandhofen. Der Markt öffnet nach dem Gottesdienst gegen 11.30 Uhr und endet gegen 17.00 Uhr.

Die Mitglieder der kfd Sandhofen freuen sich auf Sie. :-)

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27. November 2009

Herziges aus Schokolade

Gefüllte Schokoladenherzen

gefullte-schokoladenherzen

Meine Weihnachtsbäckerei habe ich dieses Jahr um eine neue Sorte - gefüllte Schokoladenherzen - erweitert. Die Plätzchen gehen ganz einfach und schmecken super gut.

Hier geht es zum Rezept:
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24. November 2009

Freundschaft und Freiheit

Die Freundschaft, Sie merken schon, sie “werkelt” ;-)

Echte Freundschaft zeichnet sich durch innere Freiheit aus. Dazu gehört auch, dass ich so frei bin, dem anderen das sagen zu dürfen, wozu mein Herz mich drängt, so ähnlich steht es in meiner “Freundschaftsliteratur”.

Was mache ich, wenn meine Freundin mich fragt, wie ihr das neue Kleid steht - und ich der Meinung bin, sie sieht schrecklich darin aus? Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Kleidung ist nun mal Geschmacksache. Andererseits sehe ich es als meine Plicht, meine Freundin davor zu bewahren, sich auf eine Art zu zeigen, die für sie von Nachteil sein könnte.

Und wie es der Zufall will habe ich soeben, genau zu diesem Thema, ein paar  Zeilen gefunden.

Dein wahrer Freund ist nicht,
wer dir den Spiegel hält.
Der Schmeichelei’n, worin dein Blick
sich selbst gefällt.
Dein wahrer Freund ist,
wer dich sehn läßt deine Flecken,
und sie dir tilgen hilft, eh’ Feinde
sie entdecken.

Christian Dietrich Grabbe

Wer soll denn Kritik üben, wenn nicht der Freund oder die Freundin?

In Freundschaft
Christa Schwemlein :-)

Eintrag Nr. 2922 | Kategorie Freundschaft, Zitate | 2 Kommentare »




24. November 2009

Was bedeutet für dich Freundschaft?

Die Blogparade zum Thema Freundschaft ging am 22. November zu Ende. Die Teilnahme war zum Bedauern der Initiatorin nicht sehr groß. Dennoch haben sich 6 Menschen die Mühe gemacht, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen.

Ich gebe zu, das Thema war schwierig, ja. Auch für mich. Schwierig deshalb, weil in dem Moment, in dem ich „laut“ darüber nachdenke, was für mich an einer Freundschaftsbeziehung wertvoll ist, ich neben dem öffenlichen Raum auch den intimen Bereich der Zuneigung und der Verletzlichkeit betrete. Und solche Beiträge kann ich nicht in 5 Minuten runter schreiben.

Vielleicht fühlt sich der eine oder andere Leser doch noch von der Blogparade eingeladen über das Kostbare einer Freundschaft nachzusinnen und mag seine Gedanken hierzu in Worte  fassen. Über einen Kommentar würde ich mich herzlich freuen.  :-)

In Freundschaft
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 2917 | Kategorie Blog-Geflüster, Freundschaft | 0 Kommentare »




22. November 2009

Ein Freund, ein guter Freund …

…,  das ist das schönste, was es gibt auf der Welt …. „

In Liedern wird sie besungen und in Blogs rezitiert ;-) : Die Freundschaft.

Dori Kellers hatte vor einiger Zeit zu diesem Thema eine Blogparade gestartet. Kurz und knapp fiel damals mein Beitrag aus. Was ist das Besondere an einer Freundschaftsbeziehung, deren Wert und Wichtigkeit in Zeiten des Wandels wieder an Bedeutung gewinnt?
Diese Frage, sowie der inflationäre Gebrauch der Worte Freund und Freundschaft im Internet und auch die Floskel “In Freundschaft” am Ende einer E-Mail  führten dazu, mich etwas ausführlicher mit Dori’s Fragen zu beschäftigen und über das Kostbare einer Freundschaftsbeziehung nachzudenken.

Hast du eine Freundin seit deinen Kindertagen?

JA, liebe Dori, die hab’ ich. Wir wohnten in derselben Straße und hatten den gleichen Schulweg. Wir waren befreundet, zerstritten und hingen nach der Versöhnung wieder wie Kletten zusammen. Unsere Wege trennten sich. Sie bekam Kinder, ich drückte nochmals die Schulbank. Dennoch riss das Band zwischen uns nie ab. Wir verloren uns aus den Augen, fanden uns wieder und verbringen heute, zusammen mit unseren Ehepartnern, genau wie einst viel Zeit miteinander. Im August feierten wir die Hochzeit ihrer ältesten Tochter. Ich bin stolz darauf, wenn sie mich ihren Gästen als ihre älteste Freundin vorstellt.

Hast du einen besten Freund, mit dem du durch dick und dünn gehst?

JA, liebe Dori, den hab’ ich. Ich hab’s dir ja bereits gelinkt. Ich war 18 Jahre jung als ich ihn kennen lernte. Er ist mein Trauzeuge, ich seine Trauzeugin und beide nehmen wir dieses Amt sehr ernst. :-D
Seine Ehefrau ist inzwischen meine Freundin. Wir haben nie explizit darüber gesprochen, dass wir Freundinnen sind. Wir sind es ganz einfach.
Wir sind auch als Ehepaare befreundet und haben in den zurückliegenden Jahren viele Krisen gemeistert. Neben Krisenzeiten verbinden uns aber auch freudige Anlässe, wie gemeinsame Urlaube, Familienfeste und regelmäßige Canastaabende, deren Gewinne wir in Deutschlands Gourmettempeln lassen. :-D

Eine beste Freundin hab’ ich auch. Wann und wie es zu dieser Freundschaft kam, kann ich gar nicht sagen. Sie ist langsam gewachsen. Plötzlich war sie da und besteht seit vielen Jahren. Wegen der räumlichen Trennung sehen wir uns nur selten. Es ist komisch, mit anderen Frauen, die ich auch als meine Freundinnen bezeichnen würde, treffe ich mich viel häufiger und trotzdem ist dies eine Freundschaft, die vom HEUTE lebt, die für mich sehr wertvoll ist und von der ich hier nicht viel berichten mag.

Seitdem ich an diesem Beitrag schreibe denke ich darüber nach, ab wann denn ein Freund eigentlich diesen Titel „verdient“? Diese Frage fordert mich auf, den Blick auf mein bisheriges Leben zu lenken. Habe ich wirklich nur vier Freunde? Was ist mit all den Menschen, die mich auf meinem bisherigen Lebensweg begleiteten? Bekannte?

Sie als Bekannte abzutun wäre unfair. Als mein erster Sohn geboren war suchte ich mittels einer Kontaktanzeige ganz gezielt nach Frauen, denen es ähnlich ging wie mir, die sich nach gleichgesinnten Gesprächspartnern sehnten. Zugegeben: Oft führten unsere Gespräche nicht über Windeln und Kinderkrankheiten hinaus, dennoch stärkten mir diese Kontakte in der damaligen Lebensphase den Rücken und ich habe über viele Jahre hinweg gute Freundschaften erlebt.
Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, hatte ich wieder andere Interessen. Und so lernte ich immer wieder neue Menschen kennen, mit denen mich für eine gewisse Zeit mitunter auch eine sehr tiefe Freundschaft verband - zuletzt bei meinem „Theologischen Kurs“. Freundschaftsbildungen sind immer möglich. Es gibt kein zu spät.

Im Laufe meines Lebens lernte ich einige Freunde kennen. Manche Freundschaften verwelkten, andere vergingen, nicht weil sie schlecht waren, sondern weil sie an eine bestimmte Lebensphase gebunden waren. Ich hatte Freunde, die blieben, andere traten aus meinem Leben. Mir ist es nicht möglich alle Freundschaften ein ganzes Leben lang intensiv pflegen. Schnell würde ich mich in meinen Beziehungen verlieren. Aber all meine Freundschaften hatten ihren eigenen Wert. Sie haben mich geprägt und dazu beigetragen, mich selbst besser kennenzulernen.

Meine Freunde haben, genau wie ich, Ecken und Kanten. Dennoch tut es mir weh, wenn irgendwer in meinem Beisein schlecht über sie spricht. Ich mag sie, so wie sie sind oder liebe Dori, wie sie essen ;-)  und somit wäre auch die Frage, lässt du nichts auf deinen Freund oder Freundin kommen, beantwortet.

Was bist du bereit für eine Freundschaft zu tun?

Das ist eine schwierige Frage, der ich mich erst am Tag der Herausforderung stellen mag.

Kannst du die Entscheidungen deines Freundes akzeptieren, auch wenn sie in deinen Augen ein Fehler sind?

Ich erwarte dasselbe von meinem Freund, also muss ich, auch wenn es mir schwer fällt, seine Entscheidung akzeptieren. Trotzdem möchte ich ihn kritisieren dürfen, wenn ich bemerke, dass er etwas tut, was ihm in meinen Augen nicht gut tut.

Was erwartest du von deinem Freund?

Echtheit, Authentizität, Achtsamkeit, Wertschätzung und die Offenheit Konflikte ansprechen zu dürfen. Gibt es eine festere Basis für eine Freundschaft?


Fazit:

Dieser Beitrag ist eine Mischung aus spontaner Betrachtung und einem  Rückblick auf das Leben einer älteren Frau geworden.  ;-) Aber ich glaube nur so das beschreiben zu können, was das Wort Freundschaf für mich bedeutet.
Müsste ich mich auf zwei Sätze beschränken würde ich die folgenden wählen:  “Freundschaft ist ein Geschenk, das auf der Ausgewogenheit des Gebens und des Empfangens beruht. Sie ist nicht nur das, was man nimmt, sondern auch das, was man gibt”.

In Freundschaft
Christa Schwemlein

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16. November 2009

Ende gut, alles gut?

Der „Samariter“, er werkelt noch mit mir. Sehen Sie, das ist das Schöne am Blogschreiben und Bloglesen, plötzlich gehen mir Worte über die Lippen, die ich vorher nie benutzte. „Werkeln“ ist so eines ;-) – gefällt mir. Wie gesagt, die Beispielerzählung vom „barmherzigen Samariter“, (Lk 10,25-37) mit der ich mich in meinen vorhergehenden Beiträgen beschäftigte, werkelt noch immer.

Die Geschichte ging ja zum Glück gut aus. Der arme Mann wird gerettet. Der Wirt pflegt ihn gesund. Der Samariter setzt seine Reise fort. Dieses heile Bild ist mir aus Kindertagen in Erinnerung.

Inzwischen lebe ich mehr als fünfzig Jahre mit dem Neuen Testament und habe diese Erzählung, je nachdem in welcher Lebensphase ich mich befand, immer mal wieder aus anderer Sicht betrachtet. So auch heute, inspiriert durch den Blogeintrag von Dori Kellers. Kurz vor Weihnachten lag die Autorin, zusammen mit ihren Einkaufstüten und einem doppelten Bänderriss, hilflos auf der Strasse. Statt Hilfe erfuhr sie Demütigung.

Was geht in einem verletzten Menschen vor, der auf Hilfe hofft, letztendlich aber nur wahrgenommen, besichtigt und zu allem Elend auch noch gedemütigt wird? Als ich den Beitrag las, bekam ich Gänsehaut. Wieder ein Beispiel, wie man Menschen allein mit Worten beschämen kann. Lesen Sie selbst!

Zurück zum „Samariter“. Je mehr ich mich mit der Bibelstelle beschäftige, umso mehr Fragen kommen mir. Warum wird eigentlich nichts von dem Verletzten erzählt? Konnte er nicht sprechen? Wie lange mag er gelegen haben? Hatte er Schmerzen, Angst, Todesangst sogar? Welche Hoffnung mag in ihm aufgekommen sein, als er nach stundenlangem Warten endlich jemanden kommen hörte? Wie groß muss die Enttäuschung gewesen sein, als auch der zweite Passant achtlos an ihm vorüber ging?

Die Geschichte geht gut aus, weshalb sich noch Gedanken darüber machen? Je länger ich aber über diesen Text nachdenke, desto rätselhafter kommt er mir vor und ich beginne, dieses „heile Welt Bild“ in Frage zu stellen.

Überliefert wird was passiert, aber es wird verschwiegen warum es passiert. Was steht alles zwischen den Zeilen? Was ist mit dem Verletzten? Die körperlichen Wunden mögen heilen, aber was ist mit den Wunden auf seiner Seele? Wird er sich rächen? Wenn ja, an wem?

Die Räuber trugen vermutlich Masken, so dass er deren Gesichter nicht erkennen konnte. Was ich mir aber gut vorstellen kann ist, dass er die Gesichter von Priester und Levit nicht vergessen kann und diese unter Umständen zur Zielscheibe seiner Rache werden.

“Geh’ und handle genauso!” Mit diesen Worten beendet Lukas die Erzählung. Es bleibt zu hoffen, dass der Überfallene weder das furchtbare Erlebnis mit den Räubern noch die Gleichgültigkeit von Priester und Levit, sondern das positive Erlebnis mit dem Samariter als Aufforderung begreift.

Die Geschichte werkelt immer noch. Dennoch mag ich hier an dieser Stelle für heute Schluss machen. Ich beende diesen Beitrag mit den beeindruckenden Worten von Ulf Runge: “Ich hoffe, den Mut zu haben, Dir zu helfen, wenn Du mich brauchst

In diesem Sinne
Christa Schwemlein

Die vorhergehenden Beiträge:
Was muss ich tun?
Handeln statt reden!
“Barmherziges” - aus meinem Postkasten
Die andere Geschichte vom Samariter - aus meinem Postkasten

Eintrag Nr. 2847 | Kategorie Blog-Geflüster, Eigene Gedanken zu..., Herz und Verstand, Kleine Bibelkunde | 6 Kommentare »




13. November 2009

Glück - Casino real macht’s möglich!

blattmitkaefer.gifManchmal denke ich wir leben hinterm Mond, mein Mann und ich. Von “Casino real” erfuhren wir erst heute morgen, obwohl diese Aktion des real Marktes schon die ganze Woche läuft.

Wie jeden Freitag gehen mein Mann ich gemeinsam aus dem Haus. Ich zur Arbeit, er in den real, um unseren Wocheneinkauf zu tätigen. Seit er selbständig ist und sich seine Zeit einteilen kann, hat er mir diese Arbeit abgenommen.

Kurz nach 10.00 Uhr rief er mich im Büro an. “Stell dir mal vor, was mir heute passiert ist. Eben stand ich im real an der Kasse, der Einkaufswagen proppenvoll. Na, das hat sich mal wieder rentiert, sage ich zur Frau an der Kasse. Ich zahle und war vielleicht gerade mal zwei Schritte gegangen, als mir die Kassiererin hinterher rief: Hallo Sie, Sie haben gewonnen!”

Auch er wusste nichts von der Aktion “Casino real” und war total überrascht, dass diese Woche unsere Lebensmittel und Getränke vom real Markt übernommen werden.

Glück gehabt! Und das an einem Freitag, den 13ten. Wir haben uns sehr gefreut und schicken ein herzliches Dankeschön an den real Markt.

Christa und Walter Schwemlein

Eintrag Nr. 2844 | Kategorie Glück, Nur so... | 0 Kommentare »




11. November 2009

Ernste Gedanken im November - dem Tod begegnen

Eine jüdische Legende erzählt:

Der Rabbi kam aus dem Bethaus. Er vermisse seine beiden Söhne. Mehrmals fragte er seine Frau, wo die Knaben seien. Sie gab ausweichende Antworten.

Später sprach sie: “Vor etlicher Zeit kam ein Fremder zu mir und gab mir ein Pfand, damit ich es bewahre. Es waren zwei kostbare Perlen von großer Schönheit. Ich hatte meine Freude an ihnen, als wären sie mein. Heute als du im Bethaus warst, ist der Fremde gekommen und hat sein Pfand zurückverslangt. Soll ich es ihm wiedergeben?”

Streng rügte der Rabbi: “Welch eine Frage? Wie kannst du zögern, anvertrautes Gut zurückzugeben?”

Da nehm die Frau ihn bei der Hand und führte ihn in die Schlafkammer. Sie hob die Decke vom Bett. Da lagen die Knaben still und schön und waren beide tot. Der Rabbi schrie laut auf und warf sich über seine Söhne.

Sie aber sprach: “Hast du nicht gesagt, das Pfand zurückzugeben?” Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen. Der Name des Herrn sei gelobt.

Quelle: unbekannt

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10. November 2009

Ach, hätt’ ich doch nur …

… mich bereits vor 6 Jahren, bei meinem Eintritt in die virtuelle Welt, um all die Fragen, die ich heute habe, gekümmert. Vieles wäre mir erspart geblieben. Dennoch ist es unnötig darüber zu lamentieren. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mit meinem Wissen, was Computer und Internet betreffen, überhaupt nicht in der Lage irgendwelche Fragen stellen zu können, zu neu war diese Welt, zu ablehnend stand ich ihr gegenüber.

Klar wunderte ich mich, dass manche Seiten kein Impressum hatten, ganze Buchseiten ohne Quellenangabe zitiert und Gedichte ohne Nennung des Verfassers ungeniert veröffentlicht wurden. Ich kam mit Werbung in Berührung, die nicht als solche gekennzeichnet war. All diese Dinge widersprachen dem, was ich einst gelernt hatte. Sollte sich in all den Jahren so viel geändert haben? Bald gewann ich den Eindruck, mich in einem rechtsfreien Raum zu bewegen, wo jeder tun und lassen kann, was er will. Ich gebe zu, ich war verunsichert.

Was ist erlaubt und was nicht? Die Unsicherheit ist immer noch groß. „Aber das machen doch alle“ war der Einwand einer Teilnehmerin der Veranstaltung „Die rechtsichere Website“, wozu die IHK Rhein-Neckar vergangenen Donnerstag eingeladen hatte. Nur weil es alle machen, ist es noch lange nicht rechtens, klärte uns der Referent Dr. Carsten Ulbricht von der Kanzlei Diem & Partner in Stuttgart, lachend auf.

Pflichtangaben auf Websites, Haftung für Links, Datenschutz, Urheber-und Wettbewerbsrecht, rechtliche Grundlagen bei Online-Shops, spezielle Risiken im Web 2.0, was tun bei Abmahnungen, waren die Themen der dreistsündigen Veranstaltung.

Der Referent verstand es prima, diese in meinen Augen trockenen Themen sehr lebhaft und kurzweilig zu vermitteln. Ich hätte ihm noch Stunden zuhören können. Geduldig und ohne den nervösen Blick auf die Uhr beantwortete er alle Fragen, auch meine, die ich mittlerweile habe. ;-)

Es war eine rundherum gelungene Veranstaltung, von welcher mein Mann und ich sehr viel für unsere gemeinsame Arbeit mitnahmen. Immer mehr unserer Kunden zeigen nämlich Interesse am Web. Sie würden gerne, trauen sich aber nicht. Und so kam uns dieser Informationsabend wie gerufen.

Online lauern viele Fallstricke, nicht nur rechtliche. Ich bin selbst ein gebranntes Kind - nicht mit “Marions Kochbuch”, Herr Dr. Ulricht. ;-)
Trotz meiner negativen Erfahrungen möchte ich unsere Kunden und hier Mitlesenden, die Lust aufs Web haben, dazu ermuntern mitzumachen und es einfach auszuprobieren. Mit ein wenig Risikobereitschaft, einer guten Kinderstube und einer Portion gesundem Menschenverstand kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Viel habe ich auf dieser Veranstaltung gelernt. Gerne möchte ich mich erkenntlich zeigen. Nur wie? Was gebe ich einem Anwalt als Dankeschön? Vielleicht den Tip, dass in Situationen in denen unser Rechtsprechung nicht weiterhilft, die weibliche Logik immer noch einen Weg weisen kann ;-) Es hat geklappt, sogar “ganz ver umme”, wie der “Mannemer” zu sagen pflegt. Web 2.0 macht’s möglich. :-D

Schön war’s  einem “Blogger”, den ich nur von trockenen Schriftsätzen und einigen Telefonaten her kenne, einmal persönlich zu begegnen.

logo4.JPG Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 2816 | Kategorie Blog-Geflüster, In eigener Sache, Nur so... | 0 Kommentare »




7. November 2009

Ich bin die kleine Dicke …

… und stell mich in die Mitte.
Ich mach` ein kleiner Knix
und weiter weiß ich nix.

***

Dieser Vierzeiler stammt aus meinen Kindertagen. Bei jeder Familienfeier musste ich diesen zur Unterhaltung aller Anwesenden zum Besten geben. Manchmal frage ich mich, ob ich es vielleicht diesem Verslein zu verdanken habe, dass ich zeit meines Lebens mit Figurproblemen zu kämpfen habe?
Nun, ich stehe derartigen Annahmen und Vermutungen sehr skeptisch gegenüber. Dennoch scheinen sich diese Zeilen aus meiner Kindheit fest in mein Innerstes gebohrt zu haben. Selbst als ich Kleidergröße 36 trug fühlte ich mich zu dick und ich werde heute noch zum Tiger, wenn mich jemand für dumm verkaufen will.

  • Gibt es eine Weisheit, die Dir ganz besonders geholfen hat?
  • Welche Worte haben bei Dir nachhaltigen Eindruck hinterlassen?
  • Welches Motto, welche These oder welchen Rat hast Du verinnerlicht?
  • Gibt es einen Satz, den Du wieder und wieder beherzigst?
  • Welche Gedanken sind oder waren hilfreich für Dich?

Mit diesen Fragen lädt Gabaretha vom Blog „Mach das beste aus deinem Leben“ zu einer neuen Blogparade ein. Dies ist mir eine willkommene Gelegenheit an diesem verregneten Samstagnachmittag einen Moment innezuhalten.

Wenn ich so zurückschaue habe ich ständig mit irgendwelchen Sätzen gelebt. Die ersten Jahre meines Lebens vorwiegend mit negativen Glaubensätzen wie zum Beispiel: Das kann ich nicht! Das schaffe ich nicht! Das lerne ich nie! Die anderen sind viel besser, hübscher und gescheiter als ich.
Das macht man nicht oder das macht man als Mädchen nicht, waren auch solche Sprüche. Später kam die Steigerung: Das macht man doch in deinem Alter nicht mehr! :-D

All diese Sätze haben mich geprägt und lange Zeit daran gehindert, das zu tun, was ich wirklich will. Später habe ich all diesen negativen Einreden, fast schon trotzig, positve Sätze entgegensetzt.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg,  lieber Kampf als all die Krämpfe, ich kann das und ich schaff’ das und was mich nicht umbringt macht mich stärker waren meine Lieblingssprüche.

Ich bin ein Gegner von der Parole, dass sich allein durch positives Denken meine Stimmung hebt oder meine Probleme lösen. Dagegen protestiert mein gesunder Menschenverstand. Es gibt Ängste, die stecken einfach zu tief in mir, und die lassen sich auch nicht durch ständiges Widerkäuen positiver Sätze ausräumen.

Vor Jahren erkrankte ich an einer schweren Depression. Ich hätte jedem, der mir damals etwas vom “positiven Denken” erzählte, an die Gurgel gehen können. Dennoch spendete der Satz einer weitläufigen Bekannten mir während dieser Zeit sehr viel Hoffnung: „Sie werden sehen, eines Tages stehen Sie unter der Dusche und plötzlich stellen sie fest, der Schmerz ist weg – einfach weggeduscht“ Und so war es dann auch.

Es gibt eine Zeit des Lachens und eine Zeit des Weines. Nichts dauert ewig, auch schlechte Zeiten nicht. Dies sind Sätze, die mir derzeit Mut machen und mich hoffen lassen, dass ich eines Morgens unter der Dusche stehe und meine seit nunmehr sechs Wochen andauernden fürchterlichen Ischiasschmerzen im rechten Bein verschwunden sind – einfach weggeduscht! ;-)

Zum Schluss bedanke ich mich für diesen schönen Anstoß zu Reflexion und schicke einen lieben Gruß in Isartal.

Christa Schwemlein :-)

P.S:
Einen ersten Zwischenbericht der Blogparade mit vielen lesenswerten Beiträgen gibt es hier .

Eintrag Nr. 2806 | Kategorie Blog-Geflüster, Blog-Parade, Eigene Gedanken zu..., Fremde Gedichte, Zitate | 7 Kommentare »




3. November 2009

Die andere Geschichte vom Samariter - aus meinem Postkasten

briefkastenk.gifSchauplatz: Die Landstrasse, die von Jerusalem nach Jericho führt.

Wieder einmal wurde ein Mann überfallen. Zum Glück kam bald ein Samariter des Weges. Mittlerweile schon geübt, leistet er routiniert erste Hilfe. Er packt den Mann auf seinen Esel, bringt ihn zur Herberge, gibt dem Wirt Geld für die Pflege und verabschiedet sich.

Der Mann bedankt sich recht herzlich bei ihm. “Das ist doch selbstverständlich!” antwortet der Samariter. “Das ist hier eine gefährliche Gegend. Sie sind übrigens nicht der erste. Fast jede Woche finde ich hier einen liegen.” “Umso mehr freue ich mich, dass es Ihnen noch nicht zu viel geworden ist und Sie nicht lieber wegschauen. Sie sind ein guter Mann.”

Doch manchmal war es ihm doch zu viel. Dann setzte er sich zum Wirt und klagte ihm sein Leid. “Zweimal in der Woche gehe ich diesen Weg und es vergeht kein Monat, wo ich nicht einen oder mehrere auflesen muss. Es ist eine Schande, dass all die anderen, die vorbeikommen, offenbar einfach wegschauen”. Der Wirt stimmt ihm zu: “Ja es ist eine Schande!”

Als er wieder einmal von Jerusalem nach Jericho unterwegs war, fand er wieder einen zusammengeschlagen Mann auf der Straße liegen. Wie üblich begann er den Verwundeten zu verarzten. Er hob ihn auf den Esel, der sofort in Richtung Herberge davonlief und auch richtig ankam – nur diesmal ohne den Samariter.

Der Samariter war nämlich an der Unglücksstelle geblieben, um dort das Räubernest auszuspionieren. Ihm war nämlich plötzlich die Erleuchtung gekommen, dass es eine bessere Qualität von Barmherzigkeit sei, sich vorsorglich, und resolut, mit dem Räubernest zu befassen, statt ständig hinterher Heftplaster und Binden auszuteilen. Ab diesem Zeitpunkt hatte er immer weniger Arbeit und blieb dennoch ein “barmherziger Samariter”.

Vielen Dank Martin für diese, mal ganz andere Erzählung.

Christa Schwemlein :-)

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2. November 2009

Ernste Gedanken im November - Gehorsam

Denkt man an die lange und finstere
Geschichte des Menschen, stellt man fest,
dass im Namen des Gehorsams stets weit
grausamere Verbrechen begangen werden
als im Namen der Rebellion.

C.P.Snow

Anmerkung:
Heute fand ich in meinem virtuellen Postfach vier Sprüche, passend zu meiner Serie vom “barmherzigen Samariter”. Ich sage an dieser Stelle nochmals vielen Dank fürs mitmachen. Die anderen drei werde ich im Laufe des Novembers veröffentlichen.  

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