10. März 2010

Kampf und Segen

Die Bibel hat, so ist es mein Eindruck, in der Öffentlichkeit nichts mehr verloren. Religion und Glaube werden immer mehr zur Privatsache erklärt. Zugegeben, als junger Mensch war es für mich befremdlich während meiner Lehrzeit einen Ausbilder gehabt zu haben, der jeden Morgen vor Arbeitsbeginn mit uns den „Engel des Herrn“ betete. Im Nachhinein betrachtet hat es aber keinem von uns geschadet.

Was ist die Bibel heute für mich? Ein Märchenbuch für Senioren? Eine Vertröstungsliteratur für all diejenigen, die für die Realität der Welt zu weich und zu sensibel sind?

Kampf und Segen ist das Motto der diesjährigen Bibelwoche. Wir sind ein kleiner Kreis, der sich allabendlich trifft und austauscht. Mit meinen nunmehr 57 Jahren bin ich eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Dennoch erlebe ich die uralte Geschichte der Geschwister Jakob und Essau als meine eigene. All diese Erfahrungen gibt es auch in meinem Leben. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet ist die Bibel für mich ein Buch mit vielen spannenden Geschichten, die mir ermöglichen Eigenes in neuem Licht zu sehen.

Christa Schwemlein

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9. März 2010

Trostlos

Achtung!
Dieser Beitrag ist all den Menschen gewidmet, die ihren ganz alltäglichen Floskeln einmal auf die Spur kommen wollen.  Er richtet sich aber auch an diejenigen, denen der Weg vom Denken übers Reden zum Tun oftmals unendlich weit erscheint.
Viel Vergnügen mit dieser “tierischen Kommunikation” ;-)

***

Frau Hase lag krank im Bett. Herr Hase war viel unterwegs. Er hatte für den nötigen Lebensunterhalt zu sorgen. Die sieben Kinder waren sich selbst überlassen. Da kam der Igel zu Besuch und brachte ein paar frische Kleeblätter und sagte:  “KOMMT ZEIT, KOMMT RAT!”  Gut gemeint. Aber als er gegangen war, überlegte die Kranke: Wann kommt die Zeit und welcher Rat wird es sein?

Am nächsten Tag flatterte die Eule herein und meinte: “GUT DING WILL WEILE HABEN!” Sprachs’s und verabschiedete sich. Die Häsin dachte: Ich kann mir aber keine Weile leisten.

Als die Feldmaus durchs Fenster guckte, piepste sie: “KOPF HOCH, FRAU NACHBARIN! SO TRÄGT EBEN JEDER SEIN PÄCKCHEN!” Das ist schon kein Päckchen mehr, dachte die Kranke. Und was soll das schon heißen, Kopf hoch? Ich habe ja gar keine Kraft.

“LASSEN SIE NUR, ES WIRD NICHTS SO HEIß GEGESSEN WIE GEKOCHT!”, flüsterte das Reh an der Nestkante. Auch das war gut gemeint, aber die Häsin grübelte bitter: Was wissen die schon. Solchen Humor kann ich einfach nicht ertragen. Ich weiß nicht mehr ein noch aus.

Die alte Katze sah auch kurz herein und erkundigte sich nach dem Befinden. “ES WIRD SCHON WERDEN!”, schnurrte sie und meinte es ja auch ehrlich. Doch die Kranke verzweifelte fast: Wer ist denn schon “es” und was soll werden? Ich habe den Eindruck, dass überhaupt nichts wird. :-(

Als dann der Maulwuf seine Hemmungen überwand und durchs Fenster rief: “KEINE SORGE! ENDE GUT, ALLES GUT!” empfand die Häsin nur noch Bitterkeit. Denn in der Küche tobten die Kleinen und nichts war fertig. Dazu kam noch die eigene Angst.

Witzig sollte es klingen, als die Elster vom hohen Baum aus rief: “KOMMEN WIR ÜBER DEN HUND, KOMMEN WIR ÜBER DEN SCHWANZ. GEDULD, GEDULD!” Können die alle sich denn gar nicht vorstellen, wie es mir zumute ist?, dachte die Kranke. Müssen die denn alle solch gutgemeinten Unsinn reden? Das sind doch Sätze, die alles und nichts sagen!

Schließlich kam das Rebhuhn zu Besuch, erzählte von draußen in einem Wortschwall ohne Ende und empfahl sich zum Schluss mit den Worten: “WIR WERDEN SEHEN!”
“Was werden wir denn sehen?”, zweifelte die Häsin, “und wer ist wir?”

Während sie noch voller Enttäuschung nachdachte und merkte, dass all der gutgemeinte Trost im Grunde keiner war, kamen die Ameisen herein, grüßten kurz, stellten Feldblumen auf den Tisch, machten die Küche sauber, versorgten die jungen Hasen, waren bei alledem sehr leise und verabschiedeten sich ohne jeden Aufwand. Da trat Ruhe ein und vor allem: Die Hoffnung wuchs. 

***

Quelle:
Aus einem meiner beiden prall gefüllten LEITZ Ordnern. Die Originalquelle ist mir leider unbekannt. Vielleicht weiß ja einer meiner LeserInnen die Originalquelle und mag sie mir mitteilen. Ich würde mich freuen!

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6. März 2010

Grüß Gott!

Jetzt hat er auch mich erreicht, der offene Brief aus der Schweiz. „Zigmal“ ist er im Internet zu finden und seit Tagen belastet er spamartig mein E-Mailpostfach.

Vorweg: Ich mag keine anonyme Schreiben und werde deshalb der Bitte dieses Mail zu verbreiten, nicht nachkommen.

Die „Minarette Debatte“ habe ich aus persönlichen Gründen mit großem Interesse verfolgt. In den Wochen nach der Abstimmung wurde viel über den Islam und dessen Anhänger geschrieben und gesprochen, so dass ich meinen Senf hierzu niemanden zumuten wollte. Warum ich es heute dennoch tue ist in einem Kommentar hier auf meinem Blog begründet, der mir keine Ruhe lässt. Aber dazu später mehr.

In Mannheim lebe und arbeite ich seit vielen Jahren eng mit Muslimen zusammen. Der 11. September war für meine Kollegen und mich eine echte Herausforderung, die wir, wie ich meine, bestens gemeistert haben. Ich kann sehr gut nachempfinden, dass das Fremde, die fremde Kultur mit ihren andersartigen Sitten und Gebräuchen und das fremde Aussehen verunsichern, vielleicht sogar Angst machen. Es hat lange gebraucht, bis ich mich zum Einkaufen nach „Klein Istanbul“, so nennt man einen Teil der Quadratestadt, traute. Dass ich heute dort gern gesehene Kundin bin, verdanke ich meinen Kollegen und deren Kinder.

Ich denke jede Religion hat ihre Probleme, mit denen sie sich auseinander setzen muss. Den Islam mit seinen verschiedenen Erscheinungsformen kenne ich nur ungenau. Genauer kenne ich jedoch lebendige Menschen, die dieser Religionsgemeinschaft angehören. Meine Beobachtungen sind, dass manche Muslime mit Religion und Glaube genauso viel oder so wenig am Hut haben wie manche Christen. Gläubige Muslime erfahre ich als ebenso friedfertige Menschen wie die meisten gläubigen Christen.

„Es gibt keine Gottheit außer Gott … „ so lautet der erste Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses, und ist das Herzstück dessen, was auch den christlichen Glauben ausmacht. Natürlich spreche ich mit meinen Kollegen auch über die Unterschiede der beiden Religionen. Auch wenn unsere Diskussionen, insbesondere wenn es um das christliche Trinitätsverständnis geht, manchmal hitzig daherkommen, können wir die jeweiligen Glaubensüberzeugungen tolerieren. Für ein friedliches Miteinander ist neben der Auseinandersetzung mit dem Anderen die Tugend der Toleranz unabdingbar.

Doch was ist Toleranz?

Heißt Toleranz, dass ich mich gegenüber allem Fremden soweit zurücknehmen muss, dass ich letztendlich meine eigene Identität verliere? Dass ich keine Forderungen stellen darf? Muss ich im Namen der Toleranz wirklich alles schlucken? Leistet ein solches Toleranzverständnis nicht dem Vorurteil Vorschub, sich nicht wehren zu dürfen?

All diese Überlegungen kamen mir, nachdem ich den Kommentar von Urs gelesen hatte.

Die Freude am Unterschied ist ein Wert des Christentums. Doch dürfen Toleranz, Akzeptanz, Freiheit und Liebe nicht dazu missbraucht werden, dass damit eine Moral gefördert wird, die passiv alles hinnimmt, verzeiht, umarmt und Unrecht zulässt.

Ups…
Verzeihen Sie meine lieben Leserinnen und Leser. Jetzt habe ich den Faden verloren. Ich weiß echt nicht mehr auf was ich eigentlich hinaus wollte. Der “offene Brief”, die “Minarette Debatte”, die Integration von Muslimen ….? Sorry, tut mir Leid!

Vielleicht noch ein Wort an die mitlesenden Juden: Ich distanziere mich von dem besagten Kommentar und bin dankbar für Helmut’s rasche Stellungnahme.

Guten Abend
Christa Schwemlein

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27. Februar 2010

Beweg was!

christa-09-2702“Beweg’ was!”, so lautet das Motto der diesjährigen Pfarrgemeinderatswahlen im Erzbistum Freiburg. Am 13. und 14. März 2010 werden in der Erzdiözese Freiburg die Pfarrgemeinderäte neu gewählt.

Nach einer fünfjähringen Pause entschloss ich mich kurzfristig zu einer Kandidatur. Warum?

Nun, weil ich zum einen richtig viel Lust habe in unserer Gemeinde wieder etwas zu bewegen und zum anderen ich mehrfach gebeten wurde, mich zur Wahl zu stellen. Die Anfragenden halten mich für geeignet und nun bin ich neugierig, wie viele Wähler das auch so sehen. ;-)

Nach der Vorabendmesse heute Abend stellten sich die Kandidaten der St.Bartholomäusgemeinde in Mannheim-Sandhofen der Gemeinde vor. Wie versprochen stelle ich hiermit mein „Statement“ zum Nachlesen in’s Internet.

***

Guten Abend,

ich bin Christa Schwemlein. Seit 36 Jahren lebe ich in Sandhofen und ebenso lange bin ich verheiratet. Mein Mann Walter und ich haben zwei erwachsene Söhne, den Max und den Felix.

Zu meinem beruflichen Werdegang gibt es folgendes zu sagen:

Ich bin gelernte Bankkauffrau. Nach der Lehrzeit war ich 5 Jahre in der Auslandsabteilung einer Privatbank beschäftigt. Danach studierte ich auf dem zweiten Bildungsweg Betriebswirtschaft. Mit dem Diplom der Fachhochschule in der Tasche folgten im Anschluss mehrere berufliche Stationen in der Industrie.

Seit nunmehr 10 Jahren bin ich beruflich sesshaft und arbeite in der Finanzabteilung eines großen Gastronomiebetriebes. Außerdem unterstütze ich meinen Mann, der sich auf PC-Betreuung spezialisiert hat, in seiner Firma. Dort bin ich überwiegend für den kaufmännischen Bereich zuständig.

Ehrenamtlich engagiere ich mich seit vielen Jahren bei einer Beratungsstelle in ökumenischer Trägerschaft. Dieser Dienst macht mir viel Freude, weil er mit Menschen und deren vielfältigen Lebensthemen zu tun hat.

In unserem Pfarrgemeinderat war ich zwei Wahlperioden, also 10 Jahre, aktiv. Während dieser Zeit galt mein Engagement hauptsächlich der Kommunionkatechese und der Vorbereitung von Familiengottesdiensten. Im Rahmen der Familienarbeit brachte ich unsere Gemeinde schon damals in Bewegung, indem ich zusammen mit meinem Mann Wandertage und Fahrradtouren plante und durchführte.
Im Dekanatsrat vertrat ich 5 Jahre lang die Bartholomäusgemeinde.

Bei der letzten Pfarrgemeinderatswahl stellte ich mich nicht mehr zur Wahl. Der Hauptgrund war, dass ich während dieser Zeit den “Theologischen Kurs” der Erzdiözese Freiburg besuchte. Dieses Studium erstreckt sich über 6 Semester und vermittelt die Grundlagen der Theologie. Es war sehr zeit- und arbeitsaufwändig, so dass mir neben meinen sonstigen Verpflichtungen keine Zeit für ein regelmäßiges Engagement im Gemeindeleben blieb. Im März 2009 bestand ich erfolgreich die letzten Prüfungen. Aufbauend auf dieses Studium besuche ich zur Zeit den “Pastoralkurs“, den ich hoffentlich genauso erfolgreich im Laufe des Jahres beenden werde.

Mit den neu erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten und der nötigen Zeit, die ich dann wieder haben werde, mag ich mich erneut aktiv in unser Gemeindeleben einbringen. Mit der Erweiterung unserer Seelsorgeinheit stehen in den nächsten Jahren große und einschneidende Veränderungen an. In dieser schwierigen Situation braucht es ein neues gemeinsames Nachdenken, wie Kirche vor Ort gelebt werden kann. Ein Patentrezept wie es gehen kann habe ich nicht. Aber ich bin neugierig auf Neues und mag mich mit meinen Fähigkeiten und Talenten einbringen, damit Neues möglich wird. Ja, und deshalb stelle ich mich zur Wahl.

Wer mehr über mich erfahren mag, darf mich gerne ansprechen oder mich im Internet besuchen. Sie finden mich, wenn sie bei Google “Christa Schwemlein” eingeben oder direkt auf meiner Internetseite www.ver-rueckt.net, wo ich unter der Kategorie “Himmlisches” seit 2007 heimlich still und leise auch ein wenig Öffentlichkeitsarbeit für unsere Gemeinde betreibe.

Nun wünsche ich Ihnen einen schönen Abend und allen Wahlberechtigten eine gute Entscheidung bei der Pfarrgeimeinderatswahl 2010.

Christa Schwemlein :-)

 

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24. Februar 2010

Ritmo Caliente im Gasthaus am Fluss

25. Februar 2010
21:00

Ritmo Caliente - heißer Rhythums” … der Name ist Programm.

Die 16 köpfige Salsaband bringt im Rahmen der Veranstaltungsreihe

R(h)einhören - live am Fluss

am Donnerstag, den 25. Februar ab 21.oo Uhr lateinamrikanisches Feeling in den großen Saal meines Arbeitgebers - die Rheinterrassen, das Gasthaus am Fluss.

Von Salsa über Merengue bis Cha Cha Cha und Latin Jazz reicht das Repertoire. Leidenschaftlich und voller Lebensfreude präsentieren die Mannheimer Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das den Funken schnell auf das Publikum überspringen lässt. Und damit der Funke nicht im Kopf stecken bleibt und direkt in die Beine fährt, gibt es ab 20.30 Uhr eine Tanzeinführung für Neugierige, Ungeübte und Wiederauffrischer.
Selbstverständlich sind auch Tanzmuffel willkommen. Schließlich soll die Salsanacht für jeden so sein, wie es der kubanische Nationaldichter Nicolás Guillén über Salsa zu sagen pflegte:
“Klingenden Rum, mit den Ohren zu trinken”.

Der Eintritt beträgt 5,00 Euro. Einlass ist bereits um 20.00 Uhr.

Freuen Sie sich auf heiße Rhytmen aus Südamerika und der Karibik.

logo-rheinterrassen.jpgIm Namen des Gasthaus-Teams
Christa Schwemlein

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23. Februar 2010

Gebrauchte Legosteine

Heute freu’ ich mich -  so sehr, dass ich den Grund nicht für mich behalten kann. Da mein Mann noch unterwegs ist und ich somit ganz alleine zu Hause bin, müssen Sie meine lieben Leserinnen und Leser meine Freude mit mir teilen.  ;-)

Immer häufiger erreichen uns Anfragen nach Internetauftritten. Dies ist allerdings nicht unser Kerngeschäft. Gerne stehen wir jedoch beratend und unterstützend mit unserem Wissen zur Seite. Für das Konzept und die Gestaltung von Internetauftritten arbeiten wir inzwischen mit  Partnern, denen wir unser Vertrauen schenken, zusammen. Bei Kapazitätsengpässen leiten wir die Anfragen manchmal auch nur weiter.

Auf meinem heutigen Abendspaziergang durch’s Netz stieß ich, fragen Sie mich bitte jetzt aber nicht wie, auf die Seite „Schröders – Spiel Steine“.

Der onlineshop „Gebrauchte Legosteine“ ist die Ernte einer Saat, die auf unserer letztjährigen Gewerbe- und Leistungsschau in Sandhofen gelegt wurde. Die Anfrage hatten wir damals nach Berlin weitergeleitet.

Ja, und es freut mich wirklich sehr heute zu entdecken, dass sich diese Anfrage in einen Auftrag verwandelt hat.

Schwemlein PC-Betreuung Christa Schwemlein :-)

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19. Februar 2010

Der Berg ruft!

Genauer gesagt war es der „St. Bartholomäus“, der die Sandhöfer Fasnachter zu einem zünftigen “Hütten Abend” in den Gemeindesaal der Bartholomäusgemeinde rief. Scharen von Narren waren dem Ruf gefolgt und erschienen, getreu dem Motto, in zünftiger Tracht. Diesmal auch Schwemlein’s, wenn’s denn interessiert. ;-)

Durch das fast vierstündige Programm führten, wie sollte es auch anders sein, unsere beiden Fasnachstnasen Isolde und Traudel. Unterstützt wurden die beiden von Jenny II. und Kevin I. - unserem diesjährigen Prinzenpaar. Als „Heidi und Peter“ war es ihre Aufgabe, den Mitwirkenden zu danken und die Orden, dieses Jahr in in Form von kleinen Schnapsstamperln, zu überreichen.

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Mit der Quetschkommode und einer eigens für diesen Abend zusammengestellten Gesangsgruppe eröffnete Harald Birli das kunterbunte Unterhaltungsprogramm. Mit Stimmungsliedern wie „In München steht ein Hofbräuhaus“ und „Ja der Paul und sein Gaul“ brachten sie die zu Beginn noch etwas steifen “Bergbewohner” in Bewegung.

Schlag auf Schlag ging es im Programm dann auch gleich weiter. Zum Schreien war die von unserer Jugend dargebotene Neuinterpretation von „Heidi“. Ein “Münchner im Himmel” ist altbekannt. Dennoch war es unmöglich mit Helmut Kemper als Petrus und Harald Birli als Münchner, sich das Lachen zu verkneifen.

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Absoluter Höhepunkt des Abends war zweifelsohne die Aufwartung ihrer Lieblichkeit Elle I. von der “tippenden Kunst”, die mit einer Abordnung der Stichler, dem Karnevalsverein vor Ort, uns die Ehre erwies.

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Mit einem dreifachen “SAHOI” (Sandhofen AHOI) wude die närrische Regentin begrüßt. Als Gastgeschenk hatte sie uns ihre Garde mitgebracht, die mit Tanzeinlagen zu Hits wie „Mama Lou“ oder „YMCA“ den Saal zum Toben brachte.

Tosenden Applaus gab es auch für die Bütt von Isolde und Tobias Katzer. Als „Luise Trenker“ und „Marcel Ferfried von hüben und drüben“ nahmen sie die Lebenswelt der Schönen und Reichen, aber auch die von „Otto Normalverbrauchers“ unverblümt auf die Schippe – köstlich. :-D

“Bist du nicht ein bisschen traurig nicht mehr bei den Mitwirkenden zu sein”, fragte mich Traudel vorm Nachhausegehen. “Doch schon, aber ich kann und mag nicht auf allen Hochzeiten tanzen. In den vergangen Jahren war anderes wichtig. Im Herbst sind meine letzen Prüfungen und danach ist vorerst Schluss mit der Lernerei und vielleicht stehe ich dann beim nächsten Gemeindefasching mit Walter in der Bütt - wer weiß. Lust hätt’ ich schon. :-)

Christa Schwemlein

Achtung!
Dieser Beitrag ist insbesondere Gustavo aus unserer Partnergemeinde in Peru, Maria, Theresia, Christian und all denen 
 gewidmet, die nicht mehr in der “Bartholomäusgemeinde” in Mannheim-Sandhofen leben, aber sich mit dieser immer noch verbunden fühlen.

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16. Februar 2010

R(h)einhören - live am Fluss

25. Februar 2010 21:00bis22. April 2010 21:00

Mit “R(h)einhören - live am Fluss” gibt es bei meinem Arbeitgeber in diesem Jahr einen neuen ”Kulturellen Leckerbissen”. Die Konzertreihe “R(h)einhören - live am Fluss” präsentiert kreative Ensembles und Bands, deren Musik man nicht jeden Tag auf die Ohren bekommt. Von Weltmusik zu Jazz und Latin über Klezmer bis zur Funk Band reicht das Spektrum der dargebotenen Musik. Mit diesen Veranstaltungen wollen wir im Gasthaus am Fluss vor allem das junge oder jung gebliebene Publikum ansprechen.

Freuen dürfen Sie sich, ups…. Jetzt muss ich wohl doch auf’s “Du” umsteigen ;-)
Also nochmal: Auf folgende Veranstaltungen dürft ihr euch freuen ;-)

 
Vorschau

Donnerstag, 25. Februar 2010

Salsa! Die Salsa Band Ritmo Caliente
zu Gast bei “R(h)einhören - live am Fluss”
Tanzeinführung 20.30 Uhr - Beginn 21.00 Uhr - Eintritt: 5,00 Euro

***

Donnerstag, 25. März 2010

Latin - Jazz Quintett Son Riente
zu Gast bei “R(h)einhören - live am Fluss”
Einlass 20.00 Uhr - Beginn 21.00 Uhr - Eintritt 5,00 Euro

***

Donnerstag, 22. April 2010

ZZ11 - irgendwo zwishen Pop, Jazz und Clubculture
zu Gast bei “R(h)einhören - live am Fluss”
Einlass 20.00 Uhr - Beginn 21.00 Uhr - Eintritt 5,00 Euro

***

Ach, eh ich’s vergesse: Es muss nicht nur beim Reinhören bleiben. Wer will darf zur Live-Musik auch kräftig das Tanzbein schwingen. :-D

Viel Spaß!

logo-rheinterrassen.jpgIm Namen des Gasthaus-Teams
                         Christa Schwemlein

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15. Februar 2010

Geschichten, die die Ehe schreibt - Streit

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prunksitzung-w“Sag’ mal Walter, was ziehen wir denn zur Prunksitzung an?”

“Hmm, keine Ahnung. Auf der Eintrittskarte steht: Kostümierung erwünscht!”

“Meinst du wirklich? Könntest du vielleicht mal bei deinen Kunden nachfragen? Ich bin mir echt nicht sicher. Im Fernsehen sind die immer alle so schick.”

“Ich hätt’ jetzt halt mein Ringelhemd angezogen, fertig. Aber wenn du meinst …. “

Zwei Tage später

“Übrigens, ich hab’ heute auf der Volksbank den ehemaligen Vorsitzenden des Elferrates getroffen. Er fände Kostümierung gut.”

“Wirklich? Und wenn wir jetzt die einzigen mit Kostüm sind?”

“Dann sind wir’s halt, fertig”

“Also, ich weiß nicht. Irgendwie würde ich mich unwohl fühlen. Ich erkundige mich auch mal.”

“Tu das.”

“Sagen Sie mal Frau Bauer, haben Sie ‘ne Ahnung, was man zu einer Prunksitzung anzieht. Mein Mann meint, wir sollten kostümiert erscheinen. Ich bin mir so unsicher. Ich war noch nie auf einer Prunksitzung.”

“Hm, ich würde auch sagen, eher etwas festlich.”

“Gell!!!”

***

Ich werfe mich in Schale. Mein Mann schlüpft etwas bockig in seinen schwarzen Anzug, ist dann aber doch zufrieden. Der Blick in den Spiegel stimmt ihn versöhnlich. “Ungelogen, wir sind ein schönes Paar”, lacht er. Die gute Stimmung war leider nur von kurzer Dauer.

“Merkst du was? Wir sind die Einzigen, die nicht kostümiert sind!!!” :-(

“Dann sind wir’s halt, fertig!” :-D

***

Dass es dann doch noch ein schöner Abend wurde, haben wir der Aufmerksamkeit unseres Tischnachbarn zu verdanken. Kurzerhand lieh er meinem Mann seinen Hut. Er konnte wohl unser Steitgespräch nicht mehr ertragen. Mit Hut, aber spätestens nach dem zweiten Bier, war die Welt dann auch wieder in Ordnung. :-)

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Im Laufe des Abends wurde die Stimmung
besser und besser ;-)

prunksitzung-w-02

SAHOI,  HELLAU und ALAAF - oder auch nur noch einen schönen Abend!
Christa Schwemlein :-D

Eintrag Nr. 3399 | Kategorie Humor, Kleine Sticheleien, Nur so... | 6 Kommentare »




13. Februar 2010

Quelle unbekannt

Das,
was vor uns liegt,
und das,
was hinter uns liegt,
ist nichts,
verglichen mit dem,
was in uns liegt.

Eintrag Nr. 3394 | Kategorie Glück, Vertrauen, Zitate | 0 Kommentare »




7. Februar 2010

Der Mix macht’s! - oder wie eine Webseite zu einem guten Mitarbeiter wird.

Das Wichtigste zuerst:

Ich danke :-)

***

Im Gegensatz zu Stuttgart, wo mehr als 300 Selbständige am zweiten BDS-Unternehmertreff teilnahmen, waren der Einladung nach Hockenheim weitaus weniger Gäste gefolgt. „Gefühlte“ 60 – 70 würden meine Söhne sagen. ;-)
Lag es an dem eisigen Winterwetter oder an der Tatsache, dass dem Internet immer noch zu wenig Beachtung geschenkt wird? Auf jeden Fall war ich im Nachhinein froh, eine Absage für Stuttgart bekommen zu haben. In dem kleinen familiären Rahmen haben sowohl mein Mann als auch ich uns sehr wohl gefühlt.

Nach dem Sektempfang und den einleitenden Begrüßungsworten von Herrn Ruder, dem Geschäftsführer des Nissan-Autohauses, gab es zunächst einen leckeren Imbiss. Dabei bot sich die Gelegenheit zu einem ersten persönlichen Austausch. Die Gespräche an den Bistrotischen drehten sich, wie sollte es auch anders gewesen sein, hauptsächlich um das Thema Internet. Und wieder einmal wurde mir mein Eindruck, den ich im vergangenen Jahr bei unserer Gewerbe- und Leistungschau in Sandhofen gewonnen hatte, bestätigt: Die Bedeutung der neuen Medien, gerade für geschäftliche Zwecke, haben viele klein- und mittelständische Unternehmen immer noch nicht erkannt.

„Wir leben noch im Steinzeitalter des Internets“ bestätigte mir dann auch gleich zu Beginn seines Vortrages der Internetexperte Sanjay Sauldie. „Die Zeiten haben sich geändert. Wir müssen uns anpassen”, forderte der Fachmann die Anwesenden auf. “Das Internet ist nicht immer eine friedliche Welt. Es ist aber nur für denjenigen schädlich, der sich nicht darum kümmert“, fuhr er fort. Es folgten 132 spannende Minuten, in denen uns Sanjay Sauldie in leicht verständlichen Worten die Welt des Internets näher brachte.

Was nützt die schönste Website, wenn niemand sie findet? Die große Masse der Webseiten, etwa 95%, habe überhaupt keine Chance von Suchmaschinen wie Google gefunden zu werden. Aber nur wer im Netz sichtbar ist profitiert auch geschäftlich von seiner Homepage - direkt durch Neukundengewinnung oder indirekt durch Steigerung des Firmenimages. Wichtig ist es Sichtbarkeit zu erzeugen. Das war die Kernbotschaft des Vortrages.

Zwei Freiwillige erklärten sich bereit ihre Homepage testen zu lassen. Ernüchternd stellten wir fest, dass sowohl das Steuerberatungsbüro als auch der Gartenbaubetrieb unter den für sie interessanten Suchbegriffen bei Google überhaupt nicht gefunden werden – oder erst auf den hinteren Seiten.
 „Zeit ist kostbar und Zeit ist Geld“, so heißt es. Und deshalb hat derjenige, dessen Website bei einer Google-Suche auf den ersten drei  Ergebnisseiten angezeigt wird, die besseren Karten. Das leuchtet ein.

Anhand der beiden Beispiele gab uns der Fachmann einige nützliche Tipps, die uns zwar nicht zu SEO –Experten machen werden, aber dennoch ein gutes Stück weiter brachten.

SEO? Oh, Entschuldigung! „SEO steht für Search Engine Optimization“ klärte uns Herr Sauldie auf „und bezeichnet den Vorgang, Webseiten so zu optimieren, dass sie eine gute Platzierung in Suchmaschinen erhalten“.
Google sei wie ein Gentleman. Die Suchmaschine schaue nicht auf das äußere Erscheinungsbild einer Webseite, sondern auf die inneren Werte. An dieser Stelle schweiften meine Gedanken für einen kurzen Moment ab. “Es kommt auf die inneren Werte an, sagte der König ….Von wem war das doch gleich? :-o

Online-Marketing heißt das Zauberwort! “Heute kann es sich kein Unternehmen mehr leisten, auf Online-Marketing zu verzichten“, mahnte der Redner. Sicher können wir alles auf traditionellen Wegen machen, aber die Gefahr Schiffbruch zu erleiden, ist groß. Zur  Verdeutlichung erzählte er uns die Geschichte von dem Versandhaus, das in unserer hochtechnologischen Welt weiterhin Kataloge druckte. „Es war einmal ein Versandhaus ……“ :-(
Aus Zeitgründen ging er nur kurz auf „Social Media“ ein. An dieser Stelle gab mir der Referent ein Zeichen, jetzt nach Sinn und Zweck von Twitter zu fragen.

Twitter
erzeuge neben Sichtbarkeit auch Vertrauen. Na, der Sichtbarkeit kann ich ja gerade noch zustimmen. Aber dem Vertrauen? Entschuldigung, aber meine Schamgrenze ist irgendwann einmal erreicht.

Jetzt frage ich Sie meine lieben Leserinnen und Leser: Hätte ich damals meinen Twitterbeitrag zu Ende geschrieben, wäre mein Vertrauensbonus bei Ihnen gestiegen?  (Über eine ehrliche Antwort hier in der Kommentarfunktion oder mittels einer persönlichen E-Mail würde ich mich aufrichtig freuen. Vorab schon mal vielen Dank!)

“Im Internet leben Sie im UND. Im Netz ist alles eine Ergänzung, ein wunderschönes UND”. (nicht nur im Netz, Herr Sauldie. Sollte es interessieren, dann: klick!) “Probieren Sie es aus,” fuhr der Sprecher ergänzend fort. Damit war dann auch meine  Neugier geweckt. Selbst auf die Gefahr hin, dass Sie oder meine Familie mich für verrückt erklären werden, schließe ich es nicht aus, demnächst ins World-Wide-Web zu zwitschern. :-D

Was tun? Muss ein Unternehmer nun anfangen programmieren und designen zu lernen? „Nein“, sagt Sanjay Sauldie. Oberste Pflicht sei es aber, sich ein gutes Wissen anzueignen. Mit diesen Grundkenntnissen kann man dann auf die Suche nach einem geeigneten Partner gehen, der einem bei seinem Vorhaben unterstützt. Je mehr man selbst weiß, umso geringer ist die Gefahr, auf “Blender” hereinzufallen.

“Eine Homepage gehört NICHT in die IT-Abteilung, sondern in den Bereich Vertrieb- und Marketing,” betonte er mehrmals. “Es geht nicht darum zu sagen: Hier ist mein dicker Katalog, mach mal! Eine gute Agentur weiß zwar, was für Google wichtig ist und woher Google seine Informationen zieht, aber sie weiß nicht, wofür Sie Spezialist sind. Machen Sie sich schlau, damit Ihr Wissen zusammen mit den Kenntnissen Ihrer Partner, in das bestehende Marketingkonzept Ihres Unternehmens eingearbeitet werden kann. Ihre Webseite ist die logische Ergänzung des bestehenden Marketingmix.”

Die abschließenden Worte gingen zum Teil in dem lang anhaltenden Applaus unter.

Ähnlich wie die Veranstaltung der IHK mit dem Vortrag von Dr. Carsten Ulbricht zur rechtssicheren Website, war auch dies ein ein kurzweiliger Abend mit vielen nützlichen Informationen. Schade für alle, die nicht da gewesen sind.

Fazit
Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller verändert und sich ständig neuen technischen Herausforderungen stellt. Ohne Computer- und Internetkenntnisse haben wir heute beruflich kaum noch eine Chance. Wir können aus der Entwicklung dieser Welt nicht aussteigen. Das habe inzwischen auch ich begriffen.
Aber eines liegt mir am Herzen: Sowohl der Computer als auch das Internet werden uns nicht geben können, was zu einem gelingenden Leben gehört. Wer nur den Computer kennt und sich ihm ausliefert wird mit seinem geistigen Leben Schiffbruch erleiden und ich wage zu behaupten, auch im Geschäftsleben. Ein gutes Ranking mag wichtg sein, ja. Aber es ist nicht alles. Geschäfte werden immer noch von Mensch zu Mensch abgewickelt, was die beiden Aufträge, die wir an diesem Abend mit nach Hause nahmen, beweisen.

Einseitigkeit macht krank. Es ist der Mix, der’s macht! ;-)
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3333 | Kategorie Bücher, Eigene Gedanken zu..., Vertrauen, Zeit | 2 Kommentare »




31. Januar 2010

Inkonsequent?

Achtung!
Dies ist ein unbezahlter Beitrag ;-)

Frag 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche -
sie werden antworten: Die Messe.

Frag 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe -
sie werden antworten: Die Wandlung.

Sag 100 Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört antworten: Nein, alles soll bleiben wie es ist!

***

Sie sind nicht katholisch? Sie können mit den Zeilen des Frankfurter Pfarrers Lothar Zenetti nichts anfangen? Halt! Nicht weg klicken! Ich versuche den Einstieg in den nachstehenden Beitrag anders:

Sag 100 Deutschen, dass das Wichtigste in unserer Gesellschaft der Wandel ist. Sie werden nickend zustimmen aber vieles beim Alten belassen.

Bevor ich weiter schreibe, muss ich Ihnen etwas gestehen. Dieser Beitrag sollte ursprünglich eine Fortsetzung des Beitrages „Veränderungen“ werden. Ich wollte Ihnen Lust auf Neues machen, auf neue Projekte, neue Träume. Noch laden die weißen Kalenderblätter ja dazu ein.
Dazu fielen mir dann die saloppen Sprüche von immer ein. Dass Stillstand Rückschritt ist. Dass man Altes loslassen muss, um Neues zu beginnen. Dass nichts so beständig ist wie der Wandel. Dass die Zeit eilt und, und, und…. Ach, Sie wissen schon.

Dass die Zeit eilt und alles, auch die schlimmsten Zeiten, einmal vorübergehen ist tröstlich und hat ja sein Gutes. ABER …

Und über genau dieses große ABER bin ich vergangene Woche gestolpert. Die Luft war frisch und klar und außer meinen Schritten im Schnee war auf dem Weg durch die verschneite Natur hoch zur Sattelei kaum etwas zu hören. Eine wunderbare Gelegenheit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen:

Loslassen? Ich wäre nicht die, die ich bin, wenn ich nicht auch was zum Festhalten hätte. Etwas Verlässliches, etwas mit Bestand. Den ganzen Beitrag lesen »

Eintrag Nr. 3284 | Kategorie Eigene Gedanken zu..., Glück, Vertrauen, Zitate | 1 Kommentar »




26. Januar 2010

Ein Lob aus meinem Postkasten - Freu!!!

briefkastenk.gifLiebe Christa,

ich muss sagen, ich bin überwältigt von Ihrer Seite!

Ich habe in den letzten beiden Tagen einige Stunden mit Lesen verbracht. Vieles spricht mir aus der Seele, einiges hat mich sehr berührt. Eine richtige Lebenshilfe!

Wie ich öfter erwähnt habe: Es gibt keine Zufälle und ich denke, es war vorbestimmt, dass wir uns kennengelernt haben. Und beim Lesen Ihrer Vita habe ich einige Gemeinsamkeiten festgestellt. Auch ich schreibe gerne, z. B. jährlich meinen Weihnachtsbrief an die Verwandtschaft, Freunde etc. und sammle Aphorismen und schöne Geschichten mein Leben lang.

Wir freuen uns sehr, dass wir Sie und Ihren Mann Walter kennenlernen durften und würden uns freuen, wenn wir uns mal wiedersehen. Unser Schwarzwaldmädel Fr. W. hat sich übrigens schon telefonisch gerührt. Wir haben mit dem Lachen einfach weiter gemacht!

Also, lasst es uns angehen und einen Termin finden. Bleiben Sie gesund und grüßen Sie Ihren lieben Mann recht herzlich.

Hans G. & Familie

***

Lieber Hans,

vielen lieben Dank für Ihre E-Mail und das dicke Lob, worüber ich mich riesig gefreut habe. Ihre Mail habe ich  jetzt mal ganz frech unter meiner Kategorie “Aus meinem Postkasten” veröffentlicht. Ganz einfach weil es mich so sehr freut und ich ganz unbescheiden damit auch ein wenig angeben kann. ;-)

Uns geht es ähnlich wie Ihnen. Wir haben die Tage im Bareiss mit Ihnen als Tischnachbarn sehr genossen und ein Wiedersehen müssen wir unbedingt in Angriff nehmen.

Unser Gespräch über die Zufälle arbeitet noch mit mir.  Auch dass wir beide “Steinböcke” sind. Steinböcke sind einfach sympatische Menschen. Es gibt nichts besseres - oder? ;-)

Liebe Grüße an Sie und Ihre liebe Frau und bis bald.
Christa  Schwemlein

Eintrag Nr. 3280 | Kategorie Aus meinem Postkasten | 2 Kommentare »




8. Januar 2010

Diesmal schaff’ ich’s nicht! - Das Tagebuch

Wieder einmal war sie mit ihrer Familie in Urlaub, als sie die Nachricht von dem Suizidversuch ihrer Mutter erreichte. Es war der dritte nach dem Tod ihres Vaters vor 5 Jahren.

Schon von weitem sah sie ihre Mutter alleine neben dem großen Aschenbecher an der Eingangstür des Krankenhauses stehen. Es war ein heißer Sommertag im August. Sie trug das ärmellose blaugrundige Blümchenkleid, dessen Saum schon seit ewigen Zeiten über dem rechten Knie herunter hing und das sie immer trug, wenn sie in diesem Zustand war. Das Loch im Kleid war neu. Hastig zog sie an ihrer Zigarette. Nie in ihrem Leben wird sie diesen hämischen Blick vergessen, der ihr zu verstehen gab: „Ha, hab’ ich’s mal wieder geschafft euch herzuholen.”

“WARUM gönnt sie uns diesen Urlaub nicht? Jetzt ist Schluss, ein für allemal Schluss”. schrie sie dem jungen Psychologen ins Gesicht. “Soll sich kümmern wer mag, ich nicht mehr. Ich bin jetzt Mitte dreißig, meine Kinder noch klein und vor lauter Mutter bleibt mir kaum Zeit für meine eigene Familie”. Wütend  stand sie auf und ging. Die Rufe ihres Mannes hörte sie nicht mehr.

***

das-tagebuchZwanzig Jahre später, es ist dunkel als sie vom Altenpflegeheim nach Hause kommt. Sie mag mit niemanden reden, will einfach ihre Ruhe haben und sich an ihrem Schreibtisch den Tag von der Seele schreiben. Es schreibt sich nicht! Sie blättert in ihrem Tagebuch und findet auch bald den Eintrag, den sie sucht:

Sonntag, den 11. Mai 2008

Wie ein Häufchen Elend lag sie da. Ich war erschrocken als ich sie heute in dem schwülwarmen Zimmer der Intensivstation besuchte. Schon oft war sie im Krankenhaus. Aber jedes Mal hatte sie großen Wert darauf gelegt zur Besuchszeit „gerichtet“ zu sein. Ungeschminkt und unfrisiert, so kannte ich sie nur in ihren depressiven Phasen. Die eingefallenen Wangen, die Schläuche in der Nase, der dicke Bauch und die dünnen Beine trieben mir die Tränen in die Augen. Stumm saß ich an ihrem Bett. Traurig schaute sie mich an und schluchzte: „Glaub mir, diesmal schaff’ ich’s nicht.”

Was sollte ich darauf antworten? Sie ist 80 Jahre alt und krank, sehr krank sogar. Ich schwieg und sie schlief kurz ein.

Nach einer Weile fing sie zaghaft zu sprechen an. Warum erzählte sie mir von ihrem Leben, das eigentlich nicht schön gewesen sei, sie nie richtig glücklich gewesen war, sie vieles gerne anders gehabt und gemacht hätte? Warum belastet sie mich damit? WARUM?
Ich mag das alles nicht hören. Am liebsten wäre ich gegangen. Es ist nicht einfach auf solche Klagen eine Antwort zu finden. Doch irgendetwas hielt mich zurück. Plötzlich spürte ich sehr deutlich, dass jetzt die Zeit gekommen war über gemeinsame Erinnerungen zu sprechen. Ich musste da durch!

Gemeinsam ließen wir ihr Leben Revue passieren. Überrascht stellte sie fest, dass es da durchaus auch schöne Momente gab – auch mit uns beiden. Sie erinnerte sich an gelungene Familienfeste, die bis in die frühen Morgenstunden andauernden und meist mit einem kleinen Feuerwerk und dem Lied“, so ein Tag, so wunderschön wie heute“, lautstark endeten. Sie sprach über Menschen, die bereits vor ihr gegangen waren.

Schweigend saß ich an ihrem Bett und hörte zu. Das Reden strengte sie an. Nach der Episode, wie ich als kleines Kind in unserem Garten allen blühenden Tulpen die Köpfe abschnitt, nickte sie lächelnd ein. Ich glaube, so zufrieden habe ich sie noch nie erlebt.

Ich war bereits im Aufbruch, als sie mich bat noch ein wenig zu bleiben. „Weißt du was ein Segen war?“ Verdutzt blieb ich stehen. „Mein letzter Suizidversuch“, sagte sie leise. Die Gefühle, die in diesem Moment in mir hoch kamen, kann ich nicht in Worte fassen. Nie mehr wollte ich etwas davon hören. Dieses Thema  hatte ich ausführlich behandelt und wie ich glaubte, auch abgehakt. Mit einem Schlag verwandelte sich meine gute Stimmung in Aggressivität. Ob sie es spürte? Ich weiß es nicht. Sie sprach auf jeden Fall unbeirrt weiter.
Sie erwähnte das Haus, das sie renovieren ließ und wie stolz sie war, die Finanzierung ganz alleine bewerkstelligt zu haben. „Weißt du noch, als ich nach Papas Tod noch nicht einmal wusste wie ein Überweisungsformular auzufüllen ist?“ Die Kurse bei der VHS haben ihr nicht zugesagt. Erst der Gesangverein brachte ihr das, was sie suchte: Freunde und Gemeinschaft. 

“What shall we do with the drunken sailer?” Jetzt mussten wir beide lachen. Mit den englischen Liedtexten tat sie sich schwer. Was muss ein deutscher Chor aber auch englische Lieder singen! Italienisch hingegen fiel ihr leicht. Leise summte sie “Alta Trinità ….”, das sie in Rom sangen. Die Chorreise nach Rom sei sehr schön gewesen, erzählte sie mir, aber kein Vergleich zu Moskau. Schon alleine der Flug, es war ihr erster, war ein Erlebnis.

“Und dann ist da noch dein Lebensgefährte, mit dem du schon 15 Jahre zusammen bist und der sich rührend um dich kümmert. Siehst du, so schlecht war es dann doch nicht! Du hast es schon so oft geschafft. Du wirst es auch diesmal schaffen. Und deinen 81. Geburtstag  feiern wir ganz groß”. Während ich ihr das versprach sah ich einen Funken Hoffnung in ihren Augen. 

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Lustlos rührt sie in ihrem Milchkaffee. Die zurückliegenden Monate ziehen an ihrem geistigen Auge vorbei. Der 81. Geburtstag im April vergangenen Jahres war ein schönes Fest mit 63 Gästen.

“Alta Trinità beata, da noi sempre … ” singt sie leise. Dabei greift sie zu einem Stift, schlägt eine unbeschriebene Seite ihres Tagebuches auf und schreibt mit Tränen in den Augen:

das-tagebuchMittwoch, den 6. Januar 2010

Ich glaube, diesmal schafft sie’s nicht!

© Christa Schwemlein

Mehr Tagebuch:
Dummerle und Dickerle
Zwillinge

Eintrag Nr. 3230 | Kategorie Das Tagebuch | 11 Kommentare »




3. Januar 2010

Blog-Parade-Blog

2010 startet ver-rueckt.net nun in die vierte Jahresetappe. Mein Blog ist mir inzwischen zu einem lieben Hobby geworden, das ich derzeit nicht missen mag. Die Beiträge über den Glaubenskurs in meiner Kirchengemeinde, meine kleine theologische Ausbildung oder unsere diesjährige Gewerbeschau waren eine gute Möglichkeit, meine Arbeit zu reflektieren und in Worte zu fassen. Einiges konnte ich mir von der Seele schreiben und nachdem es letztendlich zu „Blog“ gebracht war, wurde vieles klar und deutlich. Oftmals schrieb ich auch nur aus Spaß an der Freud.

Es gab aber auch Zeiten, das mag ich nicht verschweigen, da hätte ich gerne geschrieben und es schrieb sich einfach nicht. Stundenlang saß ich an solchen Abenden vor dem PC und es fiel mir beim besten Willen nichts zu schreiben ein. Wie froh und dankbar war ich dann um eine Blogparade, ein Schreibimpuls, der mein Blog wieder zu neuem Leben erweckte.

blogparade

Fragen Sie mich jetzt bitte nicht welches meine liebste Parade war. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Ich hab’ bei allen Paraden gerne mitgeschrieben. Jedoch HaHaHa – Herz, Hirn und Hintern zaubert mir heute noch ein Schmunzeln ins Gesicht. Zu gerne wäre ich damals Mäuschen gewesen, um die Gesichter der Initiatoren und Mitschreiber beim Lesen meines Werkes zu sehen.  :-D

Ein Blog braucht Impulse. Daher vielen Dank an alle Initiatoren, die durch den Start ihrer Blogparade auch mein ver-ruecktes Blog in Bewegung brachten.

Christa Schwemlein

P.S.
Selbstverständlich bin auch ich mit vielen guten Vorsätzen in das neue Jahr gerutscht. Einer davon war, endlich mit dem Zeichnen anzufangen. Einen ersten Versuch können Sie oben  bewundern. Ich finde ihn noch nicht einmal so schlecht. Übung macht den Meister. Mal sehen, vielleicht kann ich ja auch noch ganz anders. ;-)
  Sie verstehen das jetzt nicht? Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig als diesen Beitrag zu lesen: Klick  :-D
Viel Vergnügen!

Eintrag Nr. 3058 | Kategorie Blog-Geflüster, Blog-Parade, Eigene Gedanken zu..., Nur so... | 0 Kommentare »




30. Dezember 2009

Veränderungen

Sie haben sich Skier und das entsprechende Outfit gekauft und stehen nun zum ersten Mal auf der Piste. Wenn Sie nicht gerade ein Naturtalent sind, werden Sie sich bei den ersten Versuchen mit Sicherheit unsicher, wenn nicht sogar ängstlich fühlen. Vielleicht nehmen die Erfahrungen der ersten Tage Ihnen auch die Lust weiter zu machen. Es könnte aber auch sein, dass aus dem Erlebten ein mutiges „Trotzdem“ oder ein „Jetzt erst recht“ wird und dies der Anfang einer großen Sportlerkarriere ist. ;-) Wer weiß! :-D

“Hier stehe ich, ich kann nicht anders”, hat Martin Luther auf dem Reichstag gesagt. In der Tat liegt es in der Natur von uns Menschen, das Gewohnte zum Maßstab unseres Handelns zu machen. Nur wenige Menschen lieben Veränderungen.

10 Kilo abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder weniger Alkohol trinken, zählen zu den “Top 10″ der guten Vorsätze für ein neues Jahr.

Vielleicht rutschen auch Sie morgen Abend mit einem guten Vorsatz ins neue Jahr? Dann wünsche ich Ihnen für Ihr Vorhaben viel Glück und Erfolg. Sollten Sie im Laufe des Jahres irgendwann einmal auf Hindernisse stoßen, so geben Sie nicht gleich auf. Holen Sie sich Luthers berühmten Ausspruch ins Gedächtnis und formulieren diesen Satz ganz einfach um. Nichts und niemand hindert Sie daran zu sagen:

Hier stehe ich. Und ich kann noch ganz anders! ;-)

In diesem Sinne einen guten Rutsch und auf ein gesundes Wiederlesen in 2010.
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3202 | Kategorie Nur so..., Zitate | 0 Kommentare »




28. Dezember 2009

Ein kleiner Blogrückblick

blog-rueckblick-2009-logoIn der Zeit zwischen den Jahren haben Jahresrückblicke Hochkonjunktur- auch in der Blogosphäre. Zum großen Blogrückblick 2009 ruft Gesichtet.net auf. Drei meiner liebsten Beiträge aus 2009 soll ich nennen und kurz vorstellen.

Geschrieben habe ich dieses Jahr 135 Artikel und alle sehr gern. Eine Auswahl zu treffen fällt mir schwer. Dennoch gibt es einige Posts, die mir spontan einfallen.

Mein Versuch mit Hilfe eines Sonderheftes von DATA BECKER auf Word-Press 2.7. umzusteigen, kommt mir in den Sinn „Perfekt bloggen mit WordPress - Eigenes Blog in 5 Minuten“ lautete das vollmundige Versprechen. Von wegen!
Eine ganze Familie war mit meinem Vorhaben beschäftigt und ich gestehe zerknirscht: Länger als 5 Minuten!

Während ich dieses öffentliche Geständnis ablege überkommt mich ein tiefes Schamgefühl. Es ist traurig. Aber ich mag es nicht länger verschweigen: Die Umstellung von Word-Press 2.3.3 auf Word-Press 2.7. übergab ich schlussendlich einem bezahlten Fachmann. Schuster bleib’ bei deinen Leisten, sag’ ich da nur. ;-)

Aber mein Vorhaben niederzuschreiben, das hat mir richtig viel Spaß gemacht und mich für all die Mühe entschädigt. Beim Schreiben habe ich mir ähnlich wie bei meiner Twitter Parodie „Ein normal verrückter Tag“ vor Lachen beinahe in die Hosen gepinkelt. :-D

„Wenn Menschen zu Bestien werden“ war eine Weiterbildung, an der ich im Oktober teilnahm. „Gesichter der Macht“ war der Versuch meine Eindrücke von diesem Wochenendseminar zu verarbeiten. Ein Beitrag bei dem es nichts zu Lachen gab, den ich aber trotz oder gerade wegen seiner Ernsthaftigkeit sehr gerne schrieb.

Welche Artikel von fremden Blogs sind mir in diesem Jahr am meisten im Gedächtnis geblieben?

Im Juli stieß ich bei meinen Streifzügen durchs Netz auf das Blog von Anna-Lena.  Unverhofft, hieß der Artikel, den ich zu lesen begann und der mir ganz unverhofft mitten im Tag einen herzhaften Lacher bescherte. Vorsicht! Für Männer ist dieser Artikel weniger geeignet. Es sei denn, ihr könnt über euch selbst lachen. :-D

Zwei Schritte nach vorn, einer zurück, so unspektakulär diese kleine Geschichte vielleicht sein mag, so reicht sie, um bei mir in nachhaltiger Erinnerung zu bleiben.

Das Tao der Vergebung kam zu unserem diesjährigen Glaubensseminar wie gerufen. Diese Geschichte empfanden viele Teilnehmer als Bereicherung.

Die Blogparade endet am 31.12.2009. Wer Lust hat mitzumachen findet auf Blog-Parade.de nähere Einzelheiten.

Tschau, tschau!
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3183 | Kategorie Blog-Geflüster, Blog-Parade, Eigene Gedanken zu..., Humor | 0 Kommentare »




24. Dezember 2009

Frohe Weihnachten

Liebe Leserinnen und Leser,

von wo immer Sie meine ver-rueckten Seiten lesen und wie immer Sie die Feiertage auch verbringen mögen: Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich für das bevorstehende Fest eine gute Zeit für- und miteinander. 

Frohe und gesegnete Weihnachten!
Ihre
Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3175 | Kategorie In eigener Sache, Nur so... | 1 Kommentar »




18. Dezember 2009

Wo wohnt Gott?

Als ich letzten Sonntag einfach „nur so“ in der Kirche saß kamen mir allerlei Gedanken.

„Ich bin auf der Suche nach Gott“ , schrieb mir Christina vor einiger Zeit. „Wo kann ich ihn finden?“

Im Halbdunkel und auf der schweren Holzbank sitzend kam ich ins Grübeln, allerdings ohne dabei an Falten zu denken. ;-)

Mir geht es ähnlich wie Ewald, der mir vor längerer Zeit schrieb, dass er Glaube meist im kirchlichen Kontext spürt und erlebt. Kirchen waren und sind auch heute noch für mich ganz besondere Räume. Die Atmosphäre einer Kirche ist etwas, das mich auf eigenartige Weise immer wieder neu berührt und in mir etwas zum Klingen bringt, das ich mit Worten nicht beschreiben kann. Dennoch bin ich überzeugt, dass Gott nicht nur in seinem Haus zu finden ist.

Fragt dich ein Hungriger „Wo ist Gott?“, dann gib ihm Brot und sage: „Hier ist Gott“.

So hätte vielleicht Mahatma Gandhi Christina’s Frage beantwortet.

Gott wohnt da, wo man ihn einlässt, wird in den Geschichten der Chassidim erzählt.

” Rabbi Menachem Mendel fragte einmal einige gelehrte Männer, die bei ihm zu Gast waren: Wo wohnt Gott? Da lachten sie ihn aus: Wie redest du. Die Welt ist doch von Gottes Herrlichkeit. Er aber beantwortete die eigene Frage: Gott wohnt, wo man ihn einlässt.”

Vielleicht kommt Ihnen diese Geschichte suspekt vor und Sie fragen sich: Lebt Gott nicht in allem was lebt? Klar. Dennoch ist Gott nur da erfahrbar, wo ich mich von ihm berühren lasse, wo ich ihn einlasse.

Die Adventszeit kann ein Weg sein, das neu zu begreifen. Ich durfte gestern in einem Mannheimer Altenpflegeheim diese Erfahrung machen. Sobald ich mich wieder gefangen habe, möchte ich gerne hier auf meinen ver-rueckten Seiten davon erzählen.

Christa Schwemlein

Eintrag Nr. 3137 | Kategorie Eigene Gedanken zu..., Geschichten, Kirche, Nur so..., Vertrauen, Zitate | 10 Kommentare »




13. Dezember 2009

Alleinsein

advent-02Ehrlich, es gab Jahre, da waren die Wochen des Advents alles andere als besinnlich und friedlich. Tagelang war ich damit beschäftigt Berge von Plätzchen zu backen, Haus und Wohnung auf Hochglanz zu bringen und mit den Kindern von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier zu hetzen. Oft war es so, dass ich von dem Zauber, der über diesen Wochen liegen soll nichts zu spüren bekam.

Dieses Jahr zwingt mich mein „Ischias“ zur Ruhe und Besinnlichkeit. Oder positiv ausgedrückt, er schenkt mir Zeiten des Alleinseins, stille Zeiten mit mir selbst. Meist nutze ich diese ungeplanten Leerzeiten für Spaziergänge, Besuche und Gespräche mit meiner Mutter oder wie heute, für einen Kirchenbesuch außerhalb der normalen Gottesdienstzeit, einfach “nur so”. 

In meiner Kindheit waren Kirchen tagsüber geöffnet. Heute öffnen sich deren Türen meist nur zum Gottesdienst oder zu genau festgelegten Zeiten. Es war kurz vor 17.00 Uhr. Ich hatte Glück. Der Seiteneingang der Kirche war geöffnet. Drinnen war es dämmrig. Einzig ein paar Kerzen spendeten etwas Licht. Schwach roch es nach Weihrauch - das mag ich. In einer der hinteren Bänke nahm ich Platz und schaute.

Ein paar Reihen vor mir kniete eine Frau. Ihre Hände waren zum Gebet gefaltet, ihr Kopf gesenkt. Am Marienaltar standen zwei Personen. Eine von ihnen zündete eine Kerze an. Ich sah nach oben in die Kuppel. Danach fiel mein Blick auf den Altar und blieb an dem großen Holzkreuz hängen. Leise sprach ich ein Dankgebet, später Fürbitten. Ich hielt Rückblick auf die vergangenen Wochen und dachte an Menschen, die mir wichtig sind. Es tat mir gut, da zu sitzen und meinen Gedanken nachzuhängen. Ich weiß nicht mehr wie lange ich in der Bank saß. Irgendwie hatte ich die Zeit vergessen. Erst als ich anfing zu frieren bin ich gegangen.

Die Adventszeit ist gedacht als eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, einer stillen Zeit zum Nachdenken, auch über sich selbst. Vieles ist verloren gegangen in unserer hektischen Zeit. Dabei ist das Alleinsein, das Eins mit sich selbst sein, eine ganz einfache Art der Regeneration. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: “In der Ruhe liegt die Kraft”

Eine liebe Bekannte erzählte mir neulich sehr begeistert von ihrem kürzlich besuchten Schweigewochenende, wie wohltuend es gewesen sei einmal aus dem Zwang der Kommunikation herauszutreten.

Mir schenken meine stillen Zeiten Ruhe und Gelassenheit. Sie ermöglichen mir in mich hineinzuhören, einen Zugang zu mir selbst zu finden und auch zu Gott. Vielleicht ist das der Grund, warum ich gerne einfach “nur so”  ein Gotteshaus besuche.

Die Konfrontation mit sich selbst ist ein großes Abenteuer, das ich jedem nur empfehlen kann. Wer sich darauf einlässt, erfährt viel über sich, über Gott und die Menschen. Also, warum nicht einmal die Zeit vergessen? Jetzt im Advent ist die Zeit dazu.

Für die restlichen Adventstage wünsche ich Ihnen von Herzen Zeiten der Stille, des Alleinseins und der Begegnung mit sich selbst – sei es auf einem Spaziergang, sei es im Halbdunkel einer Kirche oder wo auch immer.

Ihre
Christa Schwemlein :-)

Foto: Ewald Erb

Eintrag Nr. 3110 | Kategorie Glück, Kirche, Nur so..., Zeit, Zitate | 4 Kommentare »