22. Juni 2010 von Christa

Mein pastoraler Bereich – Fortsetzung 01

Gestern galt mein Blick der Vergangenheit. Heute richte ich mein Augenmerk auf die Gegenwart.

3.2. Mein pastorales Feld

Ein neues „pastorales Feld“ habe ich derzeit in meiner Gemeinde noch nicht gefunden. Dennoch bin ich pastoral nicht untätig. Seit vielen Jahren arbeite ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei einer Beratungsstelle in ökumenischer Trägerschaft

Worum geht es in meinem pastoralen Feld?

Probleme und Krisen können jeden Menschen in jeder Lebensphase treffen. Die Probleme, mit denen ich bei meiner Arbeit konfrontiert werde sind vielfältig: Probleme in der Beziehung, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Angst,  Einsamkeit.  Es kommen aber auch Menschen, die nach dem Sinn ihres Lebens oder nach Gott fragen. Es macht mir Freude, mit diesen  Menschen kritisch über Gott und Glaube reden zu können. Für diese Gespräche hat mir der „Theologische Kurs“ viele Türen geöffnet.

Den Wandel unserer Zeit bekomme ich hautnah mit. Soziale Nachfragen mehren sich. Hilferufe wegen einer ungewollten Schwangerschaft sind dagegen seltener geworden.

Bei meiner Tätigkeit geht es nicht darum Ratschläge zu erteilen oder eigene Lösungen anzubieten, sondern vielmehr darum, nach den eigenen Ressourcen Ausschau zu halten und zu schauen, was der Ratsuchende selbst an Lösungsmöglichkeiten entwickeln kann. Manchmal kann ich nichts tun außer zuhören, trösten und die Menschen ein Stück weit begleiten.

Mein Glaube und meine Erfahrungen mit diesem sind die Wurzeln, aus denen ich den Mut und die Kraft für diese anspruchsvolle Aufgabe schöpfe. Meinen Dienst empfinde ich als einen christlichen. Christ sein heißt für mich nicht nur laut über und von Gott zu reden, sondern auch einem Menschen zum „Nächsten“ werden.

Ich engagiere mich derzeit mit 15 Stunden pro Monat. Hinzu kommen regelmäßige Supevisionsstunden und mehrere Fort- und Weiterbildungen. Trotz des großen Zeitaufwandes bereitet mir dieses „pastorale Feld“ sehr viel Freude.

Die Ausbildung, die Fort- und Weiterbildungen, die Supervisionen, der Austausch mit den Haupt- und Ehrenamtlichen schätze ich sehr und empfinde dies als eine große persönliche Bereicherung. Aus all dem nehme ich mindestens genauso viel mit wie ich gebe. In dieser Gemeinschaft erfahre ich Kirche, wie ich sie oftmals in meiner Gemeinde vor Ort vermisse.

Schwer fällt mir der Umgang mit Inszenierungen. Aber auch mit der Frage „Warum lässt Gott das zu?“ Akzeptieren zu müssen, dass es Schicksale ohne Hoffnung gibt ist für mich nur schwer zu verkraften. Der Wunsch zu helfen und die Erfahrung, es nicht zu können bringen mich an meine Grenzen.

Fortsetzung folgt…
Christa Schwemlein

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 22. Juni 2010 um 18:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter In eigener Sache, Kirche abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 4191 | Kategorie In eigener Sache, Kirche | 0 Kommentare »





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