7. September 2014 von Christa

Der Konflikt – Ostanatolien 11

Heute Morgen platzt der Frau mit den lila Strümpfen der Kragen. Sie steigt in den Bus und bemerkt, dass die vorderen Sitze neben unserem Reiseleiter schon wieder mit den Rucksäcken der „Schweizer Fotografen“ belegt sind. Kochend vor Wut schnappt sie die beiden „Platzhalter“, wirft sie schwungvoll auf einen der Sitze in den hinteren Reihen und setzt sich sichtlich verärgert auf einen der reservierten Plätze. Den anderen hält sie für ihren Mann frei. Die Schweizer sind ebenfalls verärgert, kritisieren empört das unmögliche Benehmen der Deutschen und trotten beleidigt in die hinteren Reihen. Seit langem, eigentlich seit Beginn unserer Reise, brodelt dieser Sitzplatzkonflikt zwischen den beiden Paaren. Heute ist er eskaliert. Von jetzt auf nachher ist es im Bus mucksmäuschenstill. Keiner traut sich etwas zu sagen.

Eigentlich hätte die Frau mit den lila Strümpfen wissen müssen, dass es Menschen gibt, die nicht auf Seufzer und verdrehte Augen reagieren. Eigentlich hätte sie wissen müssen, dass es Menschen gibt, die eine klare Ansage benötigen. Und eigentlich hätte sie auch wissen müssen, dass man Probleme mit denen klärt, mit denen man sie hat und zwar unter vier Augen und nicht vor Zuschauern. Doch wenn die Wellen der Emotionen hochschlagen, dann treibt selbst die Ratio studierter Kommunikationsexperten hilflos im Sturm.

Jetzt bin ich doch total vom Thema abgekommen. Eigentlich wollte ich Ihnen von unserem Ausflug in Abrahams Heimatstadt erzählen.

Verzeihung! ;-)
Christa Schwemlein

Kleingedrucktes:
Erlebt am Dienstag, den 15. Oktober 2013.

Der Beitrag wurde am Sonntag, den 7. September 2014 um 20:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter Nur so..., Reisen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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