9. Mai 2013 von Christa

Facebook ein Laster?

Wieder ist ein Tag vollbracht
und wieder ist fast nichts gemacht,
um die Stunden, die verflogen,
habe ich den Tag betrogen.

Frühmorgens geht die Sonne auf
und nimmt fleißg ihren Lauf,
morgens, mittags, bis zur Nacht
ist sie auf ihr Ziel bedacht.

Doch mir war alles einerlei,
die Zeit schlich nur an mir vorbei,
mein Kalender war nie voll,
ich wusst’ nicht, was ich machen soll.

So lebte ich tag aus, tag ein,
ich wollte nur alleine sein,
ich pass’ in kein Klischee, kein Raster,
ich hatte nicht einmal ein Laster.

Doch plötzlich bin ich aufgewacht,
quasi mitten in der Nacht,
irgend ein Geist hat mich geweckt
und Facebook jetzt für mich entdeckt.

Was soll ich sagen: WUNDERAR!
Ich habe Freunde jetzt sogar,
mein Leben, das einst trist und leer,
führe ich im Compu-ter!

Langeweile gibt’s nicht mehr,
1000Postings, bitte sehr,
die ganze Welt hab’ ich im Haus,
ich muss keinen Schritt mehr raus.

Müßiggang, kein Bock, kein Drängen,
nur noch am PC rumhängen -
ich passe jetzt in dieses Raster,
denn nun habe ich ein Laster!

Eine Allegorie von
©Ulrich Jagosky

Kleingedrucktes:
Lieber Uli, da kann ich nur sagen: Raus aus der Facebook-Falle!  ;-)

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 9. Mai 2013 um 10:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter Fremde Gedichte abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 8687 | Kategorie Fremde Gedichte | 6 Kommentare »





6 Reaktionen zu “Facebook ein Laster?”

  1. Angelika Engler

    Liebe Christa,

    nur nicht, empfehle dem Uli nicht, dass er sich der Facebook Falle entzieht. Ich finde nicht nur seine Kommentare gut, sondern erfreue mich an seinem poetischen Denken mit seinen Gedichten. Es sind Gedichte mit Heimatverbundenheit und den alltäglichen Dingen, die auch uns beschäftigen. Ich bin eher geneigt ihn zu ermutigen: Uli, weiter so! Gute Beiträge, auf die man, wenn man möchte, antworten kann werden ja immer seltener. Wenigstens nicht so nervig wie die dauernd geteilten Bilder (manche, so könnte man glauben, haben keine Tastatur um zu schreiben). Ja, auch diese geteilten Bilder mit ihren teilweise lustigen und nachdenklichen Texten zaubern uns entweder ein Lächeln ins Gesicht und ja, auch die den “sinnvolleren” Texte beschäftigen uns. Alles aber nichts gegen die schönen, teilweise bebilderten Gedichte von unserem Uli. Freue mich schon auf sein nächstes Gedicht.
    Liebe Grüße
    Angelika

  2. Christa

    Ich freu’ mich auch, Angelika. Hatte nur den *Zwinky* vergessen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Tja und wer weiß. Nachdem Uli und Madeleine jetzt ja auch Freunde sind, vielleicht gibt es dann irgendwann mal auch ein Gemeinschaftswerk.

    Lieben Gruß von PC-zu PC –
    Christa

  3. F. M.

    … um mal einen alten Humanisten zu zitieren: Dosis facit venenum – die Menge macht es giftig!

    Alles, was im Übermass zu sich genommen wird, wirkt schädlich. Das gilt für Medikamente genau so wie für essen und trinken, für Arbeit und Freizeit; und eben auch für Rechner und deren Gebrauch, wie zum Beispiel facebook. Das gilt sogar für Liebe, Glauben und Religion. Zuviel davon macht krank, oder bringt einen im Extremfall um.
    Also übertreibt nicht, sondern genießt alles im rechten Mass, wie von Theophrastus Bombastus von Hohenheim empfohlen. Der alte Schwabe wusste das schon vor ein paar Jahrhunderten und es gilt immer noch.

  4. Christa

    Einseitigkeit macht krank, sag’ ich doch. Der Mix macht’s.
    http://ver-rueckt.net/?p=7452

    “Dosis facit venenum – die Menge macht es gifig!” Danke für die Übersetzung, kann kein Latein. Deshalb schwimme ich auch gerne gegen den Strom. ;-) Facebook ist nicht meines. Ich bleibe meinem guten alten Blog treu. Da bin ich zu Hause.

    Was Facebook betrifft, so hieß es vor zwei Jahren bei einer IHK Veranstaltung: “An Facebook wird mit der Zeit niemand vorbeikommen.” Nun, ich habe so meine Zweifel. Facebook wird immer mehr von Firmen entdeckt und was die dort wollen ist doch sonnenklar. Mit Kommunikation hat dies in meinen Augen nichts zu tun. Ich denke wir dürfen uns da nichts vormachen. An der guten alten Sender-und Empfängerkommunikation hat sich nicht viel geändert. Meine Meinung.

  5. Hans Ulrich Jagosky

    Ihr Lieben(den),

    vielen Dank für die netten Worte.
    Sehr guter Beitrag von F.M.
    Muss bei Paracelsus immer an den “Medicus” denken :) !

    Mit Christa bin ich ebenso einer Meinung [... Mit Kommunikation hat dies in meinen Augen nichts zu tun ... An der guten alten Sender-und Empfängerkommunikation hat sich nicht viel geändert.], aber man muss sich eben mit den Neuerungen der jeweiligen Zeit auch befassen, um “den Zeitgeist” zu verstehen (wenn man will).

    Facebook scheint mir eher ein neues Spielzeug zu sein, tiefer Gedankenaustausch ist hier fehl am Platz, wirkt deplatziert oder sogar störend.
    [... Facebook ist nicht meines. Ich bleibe meinem guten alten Blog treu.].
    Weiter so, Christa, Du fühlst es ja …!

    Es bleibt die Hoffnung, dass wenigstens die “Kommunikation unter Gleichgesinnten” mit diesen neuen Medien besser wird als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte, da Entfernungen keine Rolle mehr spielen.

    Leider gilt dies für “die Guten” und “die Bösen” gleichermaßen.

    Bestimmt hat Christa jetzt einen erklärenden Passus, warum das so ist, schmunzel.

    Ich grüße alle herzlich.

  6. Christa

    Hallo Uli,

    “aber man muss sich eben mit den Neuerungen der jeweiligen Zeit auch befassen, um “den Zeitgeist” zu verstehen”.

    Stimmt Uli, wie hast du mir mal in einer persönlichen Mail so treffend geschrieben? “Wer den Mund nicht aufbekommt, wird nicht wahrgenommen.” Klappern gehört seit eh und je zum zum Handwerk.

    Was die Guten und die Bösen betrifft, das lassen wir hier vorerst. Die Geschichte ist noch nicht verjährt.

    Liebe Grüße
    Christa

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