7. Februar 2011 von Christa

Twittwoch in der Metropolregion

Social Media zielt auf Menschen, nicht auf Software, sagen die Experten. Deshalb war es für mich selbstverständlich, die erste „Twittwochveranstaltung“ im Mafinex Technologiezentrum in Mannheim zu besuchen. Mitveranstalter war die Social Media Akademie, bei der ich im Sommer 2010 den virtuellen Social-Media-Basislehrgang besuchte. Ich war neugierig all die Menschen, die ich bisher nur vom „Netz“ kannte, einmal persönlich kennen zu lernen.

Twittwoch?

Der Twittwoch ist eine Veranstaltung, die zu Gesprächen rund um das Thema Social Media einlädt. Ein Twittwoch hat keinen kommerziellen Anspruch. Er dient dem Austausch zwischen Social-Media-Schaffenden und Social-Media-Interessierten. Twittwochabende finden bereits in mehreren deutschen Städten statt, am 2. Februar 2010 war die Veranstaltung erstmalig in Mannheim und ich war dabei gewesen. ;-)

Der Mannheimer Twittwoch wurde, da er in der Metropolregion noch nicht verbreitet ist, über Nacht ins Leben gerufen, erwähnte Ralph Scheurer-Lee von der Mannheimer Social-Media-Akademie in seiner kurzen Begrüßungsrede.

Rechtsanwalt Martin Kuhr war der erste Referent. Schwerpunkt seines Vortrages lag bei den „Dos and Dont’s“ in Social-Media, beleuchtet aus juristischer Sicht. Obwohl mir die meisten Dinge bekannt waren, ging ich dennoch mit neuen nützlichen Tipps nach Hause. Diese waren erstens die URL www.dpma.de , wo ich vorab klären kann, welche Namen geschützt sind und zweitens der Hinweis über das, was zu tun ist, wenn auf meiner Webseite der „facebookbutton“ eingebunden ist. Interessant fand ich auch wie teuer es werden kann, wenn gegen die gesetzlichen Regeln verstoßen wird.

Nach dem juristischen „Spaßvertreiber“ Martin Kuhr ergriff Dr. Tobias Günther von Elaspix das Wort. In seinem Vortrag ging es um das Thema „Twitter-Reichweitenvisualisierung mit Twinterwald“. Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was das ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei Twinterwald um eine kostenlose Software, mit der alle Follower eines Twitteres graphisch, und zwar als Bäume, dargestellt werden. Für was das gut ist und ob man so ein Tool benötigt ist mir mit meinem jetzigen Kenntnisstand noch ein Rätsel.
Interessanter fand ich den zweiten Teil seines Vortrages, in dem er uns einen Einblick in die Social-Media Strategie seines Unternehmens gewährte. Weniger Geschwindigkeit, dafür mehr Qualität ist seine Devise. Das kam bei mir an. Sein Vortrag war gut vorbereitet und anschaulich und interessant vorgetragen.

Jetzt war ich auf den letzten Vortrag gespannt. Um ehrlich zu sein eigentlich auf den Referenten Mirco Lange, den Inhaber und Geschäftsführer der PR Agentur talkabout Communications GmbH in München.
Mirco Lange ist auch Dozent an der Social-Media-Akademie und gleichzeitig deren Sprecher. Er war es, der mich im Sommer 2010 bei brütender Hitze mit Jackett und Schal in die Geheimnisse von Social-Media einführte.
Statt des angekündigten Vortrages „Social Media ist mehr als Facebook, Twitter und co. Social Media ist eine Führungsaufgabe“  überraschte uns Herr Lange mit einer Jam-Session, d.h. einem improvisierten Vortrag, der uns Teilnehmer ganz im Sinne von Social-Media zum mitmachen anregen sollte. Wir sollten Fragen stellen. Fragen, ja, die hätte ich gehabt, reichlich sogar. Aber diese in der Öffentlichkeit zu stellen traute ich mich nun wirklich nicht. Zu sehr saß mir die Rüge meines Gruppenleiters während des “Social-Media-Basis-Lehrganges” im Genick, ich würde so viele banale Fragen stellen, die ich mir doch eigentlich ergoogeln könne. Tja, gebranntes Kind scheut das Feuer. Ich vermute, vielen erging es ähnlich. So viele Fragen kamen nämlich nicht. Warum und weshalb mag ich nicht beurteilen. Ich kann nur von mir aus gehen. Fragen kann ich immer erst dann stellen, wenn ich schon viel weiß und tief in der Materie drinnen bin.
Ein Mutiger traute sich dann doch: „Wer sind Sie überhaupt?“. Ich war platt. Normalerweise bin ich diejenige, die solche Fragen in die Runde wirft und aneckt. Schlagartig wurde mir bewusst, wie sehr ich mich bereits zu einem „Computerstoffel“ entwickelt habe. Erschreckend, es fällt mir noch nicht einmal mehr auf, wenn die einfachsten Höflichkeitsformeln übergangen werden.

Nach den Vorträgen nutzte ich die Gelegenheit mich bei Mirco Lange, Ralph Scheurer-Lee und Dr. Jens Arndt von der Firma Ubivent vorzustellen. Während ich mich unterhielt und im kleinen Kreis meine Fragen beantwortet bekam, begab sich mein Mann zum Brezelbuffet, wo ich ihn dann später in einem angeregten Gespräch mit einem anderen „Grauköpfigen“ wieder fand.

Auffallend war, wie wenig Frauen an dieser Veranstaltung teilnahmen. Ist Social-Media eine Männer- Domaine? Eigentlich kann das doch gar nicht sein. Das Herzstück von Social-Media ist die Kommunikation heißt es und dies ist, wenn man dem Volksmund Glauben schenken darf, eine Stärke von uns Frauen.

Social Media ist in aller Munde aber was es letztendlich ist, weiß keiner so richtig zu beantworten. Social-Media ist ein UND. Ein wunderschönes UND, sagt Sanjay Sauldie. Boris Lakowski hingegen behauptet: “Social Media is what you make it” Beiden stimme ich uneingeschränkt zu, allerdings nicht ohne meinen eigenen Senf dazu gegeben zu haben. Social-Media ist Arbeit und zwar richtig viel.

Zum Schluss möchte ich noch eine Aussage von Mirco Lange wiederholen, die er bei diesem Twittwoch äußerte: „Wer im normalen Leben, im „real live“ nicht kommunizieren, keine Kontakte knüpfen kann, kann es auch in „Social-Media“ nicht.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und bedanke mich, auch im Namen meines Mannes, für die gelungene Veranstaltung.

Christa Schwemlein

Kleingedrucktes:
Einen weiteren Blogeintrag sowie Bilder  zu diesem Mannheimer Event finden Sie bei meinem neuen Facebookfreund Michael M. Roth. Nachdenkliches zu diesem Thema gibt es bei mir hier auf  ver-rueckt net.  zu lesen. Diese  Gedanken kamen mir während des Schottlaufaufenhaltes mit meinem Sohn Max.

Der Beitrag wurde am Montag, den 7. Februar 2011 um 00:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog-Geflüster, Eigene Gedanken zu..., Nur so... abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 5509 | Kategorie Blog-Geflüster, Eigene Gedanken zu..., Nur so... | 7 Kommentare »





7 Reaktionen zu “Twittwoch in der Metropolregion”

  1. Sascha Lack

    Zuallererst einmal: Vielen Dank für diesen Bericht. Auch ich habe als Webentwickler und „digitaler“ Mensch naturgemäß großes Interesse an diesem Thema und an solchen Veranstaltungen.

    Allerdings muss ich an dieser Stelle einige Anmerkungen machen, die aus meinem doch etwas verdutzten Zustand heraus entstanden sind… Es erschließt sich mir nämlich nicht wirklich, wie ein „Gruppenleiter“ eines Social Media-BASISlehrgangs eine Teilnehmerin vor versammeltem Auditorium zusammenfaltet, da sie seiner Ansicht nach „unnötige“ oder gar „banale“ Fragen stellt und dreist auf Google verweist. So gesehen müsste niemand mehr solche Lehrgänge besuchen und dafür (oft teures Geld) bezahlen, denn Google gibt ja auf alle Fragen stets (die richtige) Antwort… Also wozu dann den „Gruppenleiter“ und wozu dann eigentlich überhaupt einen Lehrgang samt geladener Dozenten…?!

    Nicht jeder hat das weitreichende Wissen und die Erfahrung eines Social Media-Experten oder eines Webworkers. Solche Veranstaltungen sind nämlich genau dazu da, um gezielt zu schulen sowie den Austausch von Wissen und Erfahrungen zu fördern und nicht um Schönheitspreise für angebrachtes Fragenstellen zu verteilen. Alleine, dass Menschen jeder Altersgruppen sich für diese Materie interessieren und bereit sind, für weiterführende Informationen zu zahlen, rechtfertigt einen geduldigen und kompetenten Umgang mit engagierten und wissbegierigen Teilnehmern solcher Lehrgänge.

    Der effektive Fortschritt im Nutzerverhalten von Social Media-Diensten besteht keinesfalls aus dem Ankündigen von Lehrgängen und dem folgenden Abkassieren, sondern aus der durchdachten und praxisnahen Schulung, die ein angemessenes Maß an fürsorglicher Geduld voraussetzt.

    Im Übrigen haben Sie durchaus Recht, wenn Sie sagen, dass Social Media Arbeit ist und macht. Allerdings kann dies eine Arbeit sein, die, wenn sie mit all ihren Facetten in Fleisch und Blut übergeht und man wichtige Leitlinien beachtet, eine Menge Spaß macht und von effektivem Nutzen sein kann.

  2. Emilio

    “wie wenig Frauen an dieser Veranstaltung teilnahmen. Ist Social-Media eine Männer- Domaine?”

    Werde ich Nein Sagen, bei dem Webmontag hat sich das Gegenteil bewiesen …

    Danke

  3. Ralph Scheurer-Lee

    Wir sagen auch Danke für den Bericht über Twittwoch MRN! Was ich persönlich nicht verstehe, dass hier Erlebnisse des Basislehrgangs mit dem Erlebnis des Twittwoch-Besuchs vermischt werden.

    Falls so eine Kommentar in einem Onlinechat oder Telefonat mit der Lerngruppe max. 10 Personen (=versammelte Mannschaft=Auditorium=??) gefallen ist, wäre das nicht richtig und würden wir bei unseren Tutoren nicht gut heißen..
    Tutoren haben in der sma die Aufgabe Gruppe zu moderieren, sie leiten die Gruppe nicht als Direktive und sind auch nicht für die Vermittlung von Wissen welches außerhalb des Lehrgangs angesiedelt ist.

    @Sascha empfehle nur mal mit Teilnehmern zu sprechen die unseren Lehrgang besucht haben, um von generellem abraten zu schreiben. PS gerne kann ich dich in eine Lerngruppe rein nehmen, damit du die Dialoge selbst lesen kannst!!

  4. Christa Schwemlein

    Danke Herr Lack für Ihren Kommentar. Sie haben Recht. Diese Arbeit macht sehr viel Spaß. Seit meinem Eintritt in die virtuelle Welt in 2003 habe ich Feuer gefangen. Es brennt noch immer. ;-) (Siehe auch: Meine ersten Schritte)

    Was ich auch gerne mache ist, das mag ich nicht verschweigen, Geld verdienen. Den effektiven Nutzen hatte ich sehr bald erkannt und deshalb habe ich mich auf den Weg gemacht.

    Das zwischenmenschliche Miteinander sehe ich genau wie Sie auch. Es ist leider so, dass das Internet manchmal Menschen zusammen führt, die besser nicht miteinander reden sollten. Meine persönlichen Querelen habe ich den Verantwortlichen der “SMA” direkt nach dem Vorfall und nochmals am Ende im Beurteilungsbogen persönlich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mitgeteilt. Ansonsten habe ich viel gelernt, was Sie sicherlich aus unseren persönlichen Gesprächen während der Erstellung unserer Firmenwebseite bestätigen können.

    “Nur selber denken macht schlau”, hieß es während des Lehrgangs.

    “Machen Sie sich schlau, damit Sie mit Ihrem Wissen einen geeigneten Partner finden, der Ihnen hilft Ihre Ideen umzusetzen. Sie müssen nicht anfangen designen oder programmieren zu lernen. Aber je mehr Sie selbst wissen, umso geringer ist die Gefahr auf Scharlatane herein zu fallen”, legte uns Sanjay Sauldie während seines Vortrages in Hockenheim ans Herz. Seine Worte waren nachhaltig. ;-)

    Ich glaube in Ihnen einen kompetenten und zuverlässigen Partner gefunden zu haben und freue mich, wenn unsere neue Firmenwebseite nächste Woche online geht.

    Auf weitere gute Zusammenarbeit
    Christa Schwemlein

  5. Christa

    Hallo Ralph,

    Kommunikation hat viele Facetten. Unser Umgang mit dem Wort entscheidet darüber, ob durch die Kommunikation Unfrieden entsteht. Worte können sehr wehtun. Mich hat dies damals sehr getroffen, was mich wirklich hinderte an diesem Mittwoch meine Fragen an den Mann zu bringen. Eine öffentliche Kritik, egal vor wie viel Personen, trifft den Anderen in seiner Würde.
    Lieben Gruß Christa

  6. ver-rueckt » Blog Archiv » E-Learning - noch mehr Erfahrungen

    [...] ich an dieser Stelle auf die entsprechenden Diskussionen verlinken. Leider wurden diese kurz nach Herrn Lacks Kommentar aus dem Netz genommen. Die Beweislast bei Mobbing liegt beim Opfer. Es muss nachweisen können, [...]

  7. ver-rueckt » Blog Archiv » Rückblick und Ausblick - Blogparade

    [...] Februar fieberte ich dem ersten Twittwoch in Mannheim entgegen. Ich war neugierig die Gründer der „Social-Media-Akademie” und deren Dozenten [...]

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