15. Januar 2015 von Christa

Mir geht es gut – richtig gut!

„Wie geht es dir?“ wurde ich zum Jahresende von einer lieben Bekannten gefragt. „Gut“, antwortete ich spontan. Nach einer kleinen Pause bestätigte ich mit Nachdruck: „Ja, es geht mir richtig gut“.

Heute frag’ ich mich, ob ich mich jemals mit solch einer Überzeugung diesen kleinen Satz habe sagen hören? Bewusst daran erinnern kann ich mich auf jeden Fall nicht. Umso mehr freut es mich, heute, jenseits meines 60sten Geburtstages, diese 6 schlichten Worte als Überschrift für einen Blogbeitrag wählen zu können.

Alles was zum dritten Mal in Folge passiert wird zur Tradition, so sagt man in Mannheims Norden. Also: Los geht’s mit dem traditionellen Jahresrückblick hier auf ver-rueckt.net

Privates

2014 war ein gutes Jahr. Keine Pflege- und Todesfälle im Familienkreis, auch keine ernsthaften Krankheiten. Die Kinder sind erwachsen und unser Jüngster ist nun auch dabei unabhängig von uns Eltern zu werden. Das „Leere-Nest-Syndrom“, unter dem angeblich viele Mütter erwachsener Kinder leiden, hat mich nie erwischt. Im Gegenteil, ich genieße es, wieder mehr Freiräume für mich zu haben und gemeinsam mit meinem Mann nach Lust und Laune reisen zu können. Zentralanatolien im Frühling und die Westtürkei im Herbst waren zwei bereichernde und lehrreiche Reisen. Wir haben viel gesehen und erfahren, auch über den Islam.

Nach 40 Ehrejahren stand zu Beginn des Jahres unser erster Umzug an. Ein Jahr hatten wir uns für die Renovierung der neuen Wohnung und den Umzug vom ersten Stock ins Parterre Zeit gelassen. Bei dieser Gelegenheit hieß es auch: Weg damit! Ausmisten war also angesagt. Sie glauben nicht wie befreiend es sein kann sich von all dem unnötiger Kram, der sich im Lauf von 40 Jahren angesammelt hat, zu trennen. Ich fühl’ mich wohl in unserer neuen, puristisch eingerichteten Wohnung, mit direktem Zugang zum Garten.

“WordPress in 5 Minuten!“ Erinnern Sie sich noch an meine vergeblichen Versuche ein Blog einzurichten? Dank der VHS bin ich heute in der Lage dieses vollmundige Versprechen in die Tat umzusetzen. Eine zeitlang hatte ich doch tatsächlich mit dem Gedanken gespielt mal rasch ein „Umzugsblog“ zu starten und mit „Geschichten, die ein Umzug schreibt“ zu füllen. Wäre da nicht die mühsame Schreibarbeit.

Geschäftliches

Beruflich läuft alles bestens, unsere kleine PC-Betreuung hat sich prima entwickelt und ich selbst befinde mich auf der Zielgeraden zum „Unruhestand“. Da sich immer mehr unserer Kunden für die digitalen Medien interessieren, war im Juli die Teilnahme an der 10. Mannheimer Media Night im Mannheimer Rosengarten für uns selbstverständlich. Meine Eindrücke zu diesem Event finden Sie in unserem Firmenblog.

Da wir bei der Gründung unserer PC-Betreuung am Ende unseres Berufslebens standen war klar, dass wir unser kleines Unternehmen alleine führen werden. Die Verantwortung für Mitarbeiter wollten wir zu diesem späten Zeitpunkt nicht mehr übernehmen. Als im Sommer ein junger Mann nach einer Praktikantenstelle fragte, konnte ich jedoch nicht widerstehen. Die zwei Monate waren, wenn auch mit extra Arbeit verbunden, eine gute Erfahrung. Ben, solltest du hier mitlesen, wir warten immer noch auf deinen Abschlußbericht in „Schwemleins-Blog“. Die Zugangsdaten hast du. Wie WordPress funktioniert habe ich dir gezeigt. Du kannst also loslegen. :-D

„Wie kann es gelingen die Türen der Kirche für die digitale Welt zu öffnen und gleichzeitig mit der realen Welt zu verbinden?“ Dieser und anderen Fragen gingen mein Mann und ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Talk unterm Kirchturm“ nach. Unser Vortrag zu diesem Thema gliederte sich wie immer in zwei Teile. Während mein Mann im ersten Teil über die Basissicherheit bei der Benutzung von Computer und Internet sprach, legte ich im zweiten Teil meinen Schwerpunkt auf „Social-Media für die Kirche“. Es war ein gelungener Abend, der mit Zwiebelkuchen und neuem Wein einen gemütlichen Ausklang fand.

Ehrenamtliches

Ein schönes Beispiel wie man die digitale Welt mit der realen Welt verbinden kann, war übrigens unser erstes Kirchencafé. Über die sozialen Medien kamen wir ins Gespräch, welches wir nach dem Gottesdienst in unserem neu eröffneten Kirchencafé lebhaft weiterführten. Interessant war, dass sich an der Diskussion mehrheitlich Menschen beteiligten, die nicht zum harten Kern unserer Pfarrgemeinde zählen, die es sich aber nicht nehmen ließen, die Auseinandersetzung mit dem Thema im persönlichen Gespräch nach dem Gottesdienst fortzusetzen. So hat sich das bestätigt was ich vor Jahren in Hockenheim erstmals hörte: Das Internet ist ein UND – ein wunderschönes UND.

Dass sich das Internet auch für Personalrecruiting, zu meiner Zeit sprach man von Personalbeschaffung, eignet, davon mussten sich die „Netzzweifler“ meiner Pfarrgemeinde überzeugen lassen. Nach langer, vergeblicher Suche mittels der herkömmlichen Methoden, singt unser Kirchenchor seit Anfang letzten Jahres unter neuer Leitung. Ein Dank an meine Facebookfreunde!

Mein neues Blog für die St. Bartholomäusgemeinde ist gestartet. Es befindet sich allerdings noch im Aufbau. Es soll unseren Gemeindemitgliedern Lust auf das Netz machen, in Krankheitszeiten miteinander verbinden, Diskussionen wie die oben genannte ins eigene Haus holen und interessante Veranstaltungen wie zum Beispiel „Die Abende im Kirchenraum“ ins Internet verlängern. Zielgruppe ist zunächst meine Pfarrgemeinde. Deshalb wird dieses Blog vorerst nur im Pfarrbrief und von „Mund-zu-Mund“ beworben.

Die Webmastertätigkeit für „kathma-nord“ macht mir nach wie vor viel Freude. Doch es ist unendlich mühsam. Alle wollen eine lebendige Webseite, doch Tatsache ist, dass einer alleine nichts lebendig hält.

Lebendig allerdings war eine meiner Herzensangelegenheiten, der „Lebendige Adventskalender“. Er ging vergangenes Jahr in Sandhofen in die zweite Runde. Mein Mann und ich hatten an unserem Fenster ”Den kleinen Frieden im großen Krieg” zum Thema gemacht. Ich bekam Gänsehaut als ich in die Menge schaute und ca. 70 Menschen in unserem Garten bei Nieselregen “Wo Menschen sich vergessen …” singen hörte. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinem Sohn Felix, der eigens für diese halbe Stunde angereist kam, um uns zusammen mit Markus Waindok musikalisch zu begleiten. Danke euch beiden. Ihr habt mit eurer Musik unsere Zusammenkunft bereichert.

Vieles gäbe es noch zu erzählen. Doch dies soll genügen, um an dieser Stelle das Jahr 2014 dankbar in Erinnerung zu bringen. Die ersten Wochen des neuen Jahres sind verstrichen. Noch ist es Zeit für Neujahrswünsche. Doch was wünschen? Gesundheit? Dieser Wunsch hat mitunter den Geschmack des Gewohnheitsmäßigen. Dennoch, nirgendwo erfahren wir Menschen unsere Macht und Ohnmacht mehr als in unserer Zeitlichkeit. Wir können vieles planen und machen. Doch dass der morgige Tag auch wirklich für uns kommen wird, das liegt nicht in unseren Händen. Hier liegt unsere Ohnmacht. So beende ich diese kleine Rückschau mit dem Wunsch

Bleiben Sie gesund!

Ihre
Christa Schwemlein

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 15. Januar 2015 um 19:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog-Geflüster, Kirche, Nur so..., Zeit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eintrag Nr. 10762 | Kategorie Blog-Geflüster, Kirche, Nur so..., Zeit | 2 Kommentare »





2 Reaktionen zu “Mir geht es gut – richtig gut!”

  1. Menachem

    Schön, Christa, so ausführlich und Gutes von dir zu lesen. Ich freu mich sehr darüber.

    Ich wünsche dir ein gesegnetes neues Lebens- und Kalenderjahr.

    Aus Leipzig grüßt dich herzlichst,
    Menachem

  2. Christa

    Danke Menachem,

    das wünsche ich dir auch nochmal. Bei so vielen guten Wünschen hin und her dürfte eigentlich gar nichts mehr schief gehen. :-D

    Aus Mannheim viele Grüße nach Leipzig
    Christa

Einen Kommentar schreiben