24. Oktober 2014 von Christa

Adana, die letzte Etappe – Ostanatolien 14

Die Nacht war unruhig. Ich musste mehrmals raus. Dementsprechend müde sitze ich heute Morgen im Bus.

Inzwischen haben wir den geschichtsträchtigen Boden von Antakya verlassen und durchfahren die Çukurova-Ebene, eines der größten und wichtigsten Baumwollanbaugebiete der Türkei und Schauplatz von Yaşar Kemal’s Novelle Der Granatapfelbaum. Diese tiefgründige Geschichte erzählt von dem Schicksal verzweifelter, hungriger Männer, die durch den Einsatz moderner Erntemaschinen Brot und Arbeit verloren haben. Yaşar Kemal ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller der Türkei. Sein Welterfolg Memed mein Falke ist ebenfalls sehr schön und interessant zu lesen.

Etwa 70 Kilometer vor Adana machen wir im Karatepe Nationalpark Halt. Es regnet und es ist ungemütlich kalt. Mir geht es immer noch nicht richtig gut und ich wäre besser im Bus geblieben. Doch jetzt ist es zu spät. Ich muss mit der Gruppe im Regen hoch zur Burganlage stapfen, wo uns Süheyl die verschiedenen Reliefdarstellungen erklärt. Ich kann Ihnen hier zwar einige Bilder zeigen, aber leider nichts dazu sagen. Während den Ausführungen unseres Reiseleiters war ich die meiste Zeit irgendwo im Gebüsch.

Relief im Nationalpark KaratepeRelief in Karatepe

Tropfnass kommen wir um die Mittagszeit endlich an unserem Picknickplätzchen an. Schauen Sie mal, was Hussein für uns gerichtet hat. Toll, nicht wahr?

Ich hab’ Hunger und richtig Lust auf Brot, Käse und Tomaten. Mein Mann reicht mir ein Glas Rotwein. Ha, es schmeckt wieder. :-) Zum Wohl! Ich glaub’ ich bin überm Berg. :-)

40 Kilometer vom Mittelmeer entfernt erreichen wir am Nachmittag unser luxuriöses Hotel in Adana. Rasch beziehen wir unser Zimmer und schlendern danach mit Yasemin über die alte Steinbrücke, die uns direkt in die Altstadt führt.

Abendstimmung in Adana

Adana macht auf den ersten Blick einen konservativen Eindruck. Wir sehen viele Frauen mit Kopftüchern, langen Mänteln und einige mit der schwarzen Burka. Wobei es sich bei letzteren auch um arabische Touristen handeln könnte. Wir kaufen Parfüm, Türkisches Gebäck und beraten Yasemin beim Kauf einer Sonnenbrille.

Wehmütig treten wir bei dämmriger Abendstimmung den Rückweg an. Heute Abend heißt es zum letzten Mal Koffer packen. Schnell noch ein Foto von der sehenswerten Sabanci-Moschee. Sie ist die größte Moschee in der Türkei, wurde 1998 eröffnet und hat wie die Blaue Moschee in Istanbul ebenfalls 6 Minarette.

Sabancı-Merkez-Moschee in Adana

Nach dem Abendessen sitzen wir in großer Runde zusammen und reflektieren noch einmal die vergangenen Tage. Ein letzter Rakı und ab ins Bett.

Christa Schwemlein

Kleingedrucktes:
Erlebt am Freitag, den 18. Oktober 2013.

Der Beitrag wurde am Freitag, den 24. Oktober 2014 um 22:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter Reisen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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